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23.01.2012

Kampf gegen Internetpiraten: Megaupload-Rivalen ziehen Verteilerstecker

Von: Jan Henne
Filesonic hat das Teilen von Dateien blockiert
Zoom Filesonic hat das Teilen von Dateien blockiert
© Filesonic.com
Der Schuss war laut und wurde gehört: Die Festnahme von Kim Schmitz sorgt für hektisches Treiben bei Filehostern. Quasi über Nacht ändern manche ihr Geschäftsmodell.

Nach dem Schlag gegen Megaupload ziehen andere Filehoster Konsequenzen: Zwei große Anbieter haben ihren Dienst massiv eingeschränkt. Uploaded.to ist nicht mehr in den USA verfügbar, Filesonic.com bietet keinen Datentausch mehr an. Rapidshare, das in Deutschland wohl bekannteste solcher Angebote, zeigt sich hingegen unbesorgt.

Megaupload war ein sogenannter Filehoster, eine Art virtuelles Schließfach: Der Nutzer lädt seine Daten hoch und bekommt einen Download-Link. Diesen schickt er dann der Person, für die die Datei bestimmt ist. Verdient wird mit Werbung und kostenpflichtigen Premium-Zugängen, die das Downloadtempo erhöhen. Offensichtlich ein gutes Geschäft, denn Filehoster, die nach diesem Prinzip funktionieren, gibt es Dutzende im Internet. Und gleich mehrere zogen nun Konsequenzen.

Rapidshare grenzt sich ab

Mit Filesonic hat einer der Hauptkonkurrenten von Megaupload sein Angebot so gut wie eingestellt. Offenbar wollte die Datentauschplattform kein Riskio mehr eingehen und hat das Teilen von Dateien – also den Kern seines Modells – blockiert. Ab sofort können nur eigene Dateien von den Servern des Anbieters heruntergeladen werden. Das teilt Filesonic auf seiner Website mit. Sämtliche Links, die im Internet kursieren und auf die Webseite von Filesonic verweisen, sind damit unbrauchbar.

Auch Uploaded.to hat drastische Maßnahmen ergriffen: Für US-Nutzer ist der Zugriff seit Freitag gesperrt; im Ausland funktioniert der Dienst allerdings weiterhin. Darüber hinaus beendete Fileserve ein Programm, über das Uploader von besonders beliebten Dateien Geld verdienen konnten.

Rapidshare dagegen zeigt sich vom Schlag der US-Behörden unbeeindruckt. Naturgemäß versucht das Unternehmen in einer Stellungnahme, sich vom stillgelegten Konkurrenten abzugrenzen: "Wir unterscheiden uns von Diensten wie Megaupload in vielen wesentlichen Punkten." So sei der in der Schweiz gegründete Filehoster stets unter der im "Impressum angegebenen Adresse ansässig" gewesen und arbeite "ohne irgendwelche Zwischenfirmen". Man biete kein Vergütungssystem an und gehe Urheberrechtsverletzungen vor. Über Facebook versucht der Datentauschdienst, seine Fans zu beruhigen: "Es gibt keinen Grund beunruhigt zu sein."

Gegenüber FTD.de sagt Daniel Raimer, Sprecher und Rechtsanwalt von Rapidshare: "Wir machen uns keine Sorgen und werden unser Angebot nicht verändern." Die Unternehmensphilosophie sei eine andere als bei Megaupload: "Wir wollen, dass die Kunden bei uns sicher ihre Daten ablegen können und niemanden mit Raubkopien locken." Deshalb durchsuche Rapidshare aktiv Webseiten nach illegalen Links zu urheberrechtlich geschütztem Material. Wiederholungstäter würde der Account gesperrt. Dennoch muss Raimer eingestehen: "Es ist uns nicht möglich, Rapidshare hundertprozentig sauber zu halten."

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