30.03.2010

Kein Gang aufs Parkett: Kamps und Müller kippen Börsenpläne

Der Ex-Großbäcker und der Molkereiunternehmer wollten Geld für ihre Expansionspläne einsammeln. Doch offenbar können sie nicht den gewünschten Preis am Kapitalmarkt erzielen. Zukäufe wollen sie nun aus eigener Kraft stemmen.

Der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps und der Molkereiunternehmer Theo Müller wollen die Muttergesellschaft der Fischkette Nordsee vorerst nicht an die Börse bringen. Die beiden Mehrheitsgesellschafter hätten sich entschieden, die geplante Expansion "bis auf Weiteres mit eigenen Mitteln zu finanzieren", teilte die Heiner-Kamps-Food-Gruppe am Dienstag mit: "Die Option eines Börsengangs kommt für uns gegenwärtig nicht in Betracht."

Das Unternehmen galt als IPO-Kandidat noch im ersten Halbjahr. Zuletzt hatten der Chemiekonzern Brenntag und der Armaturenhersteller Joyou gute Debüts im Aktienhandel hingelegt.

Unter dem Dach der Heiner Kamps Beteiligungsgesellschaft haben die beiden Unternehmer bislang den Feinkosthersteller Homann, die Schnellrestaurantkette Nordsee und die Bastian's Bäckereien gebündelt und setzten nach eigenen Angaben 729 Millionen Euro um. Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf rund 1 Milliarden Euro steigen, mittelfristig auf 1,5 Milliarden Euro. Derzeit hält der Molkereiunternehmer Müller 47 Prozent der Anteile, Kamps 41 Prozent, die restlichen Anteile sind gestreut.

Die Gesellschafter hätten zum aktuellen Zeitpunkt am Kapitalmarkt nicht den von ihnen vorgestellten Wert für die Gruppe erzielen können, hieß es von mit der Situation vertrauten Personen. Da die HK Food Gruppe nicht unter Druck stehe, sei ein Börsengang nicht zwingend gewesen. Unklar blieb, ob der Schritt an den Kapitalmarkt zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen könnte.

"Die Gruppe ist finanziell solide aufgestellt und kann die nächsten Wachstumsschritte aus Gesellschaftermitteln finanzieren. Die Gesellschafter bekräftigen damit ihr langfristiges Engagement im Unternehmen", sagte Heiner Kamps. Erst Anfang Februar hatten Kamps und Müller ihre Dachgesellschaft International Food Retail (IFR) mit der Begründung vom Londoner Nebenwertemarkt AIM genommen, dass der Streubesitz mit zwölf Prozent zu gering sei.

© 2010 ftd.de

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