Von Krise keine Spur: Der deutsche Mittelstand hat nach einer Sparkassen-Studie zu Jahresbeginn volle Auftragsbücher. "80 Prozent der Unternehmen sind von der Staatsschuldenkrise bislang nicht berührt", sagte Sparkassenpräsident Heinrich Haasis am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der Studie "Diagnose Mittelstand 2012". Sie investierten weiterhin viel und seien optimistisch. Die Eigenkapitaldecke sei dicker geworden.
Bei der Vergabe und Auszahlung von Krediten wurde 2011 das Rekordjahr 2010 nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) nochmals übertroffen. Die Sparkassen sagten Unternehmen und Selbstständigen 66,7 Mrd. Euro an Krediten zu - ein Plus von knapp vier Prozent. Ausgezahlt wurden 59,7 Mrd. Euro, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Auch Deutschland werde sich nicht dauerhaft vollständig von der Staatsschuldenkrise in Europa abkapseln können, meinte Sparkassenpräsident Heinrich Haasis. "Es ist aber völlig unangebracht, von einer Rezession zu sprechen." In den meisten Branchen seien Lage, Auslastung sowie Geschäftserwartungen gut.
58 Prozent der Sparkassen berichteten zuletzt von weiter verbesserten Eigenkapitalquoten ihrer Firmenkunden. "Das sind die höchsten Werte, die wir in diesem Bereich bislang feststellen konnten", sagte Haasis. Die Auswertung von 110.000 Firmenbilanzen des Jahres 2010 hatte eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 18,3 Prozent ergeben, das waren 3,2 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Nur noch 25 Prozent der Mittelständler hätten keinerlei Eigenkapital, Ende der 90er Jahren seien es noch 46 Prozent gewesen.
Gut sieht es derzeit auch bei den Investitionen aus. Vier von fünf Sparkassen (82 Prozent) gaben an, sie hätten 2011 mehr oder genauso viele Investitionsmittel an ihre Firmenkunden vergeben wie im Jahr zuvor. Dabei habe sich vor allem der Anteil der Investitionen in die Erweiterung von Betrieben erhöht.
Quelle: dpa
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