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31.01.2012

Konjunktur: Weihnachten enttäuscht Einzelhändler

Taugt der private Konsum als Wirtschaftsstütze?
Zoom Taugt der private Konsum als Wirtschaftsstütze?
© Getty Image
Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Löhne steigen, doch in den Kassen der Geschäfte spiegelt sich das nicht wider. Im traditionell umsatzstarken Weihnachtsgeschäft mussten die Händler Umsatzeinrüche hinnehmen.

Das Weihnachtsgeschäft ist enttäuschend für den Einzelhandel gelaufen. Trotz der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt nahmen die Geschäfte 1,7 Prozent weniger ein als im Vormonat. Preisbereinigt belief sich das Minus auf 1,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat schrumpften die Umsätze.

Die schwachen Daten verstärken die Zweifel, ob der private Konsum tatsächlich als Stütze der deutschen Konjunktur taugt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Einzelhandelsumsätze nur einen Teil des Konsums ausmachen. Ausgaben für Mieten, Kraftstoff oder den Kauf eines Autos sind hier nicht berücksichtigt. Außerdem wurden die Umsatzzahlen in der Vergangenheit häufig korrigiert.

Volkswirte zeigten sich ernüchtert. "Die Zahlen enttäuschten umso mehr als die verfügbaren Einkommen derzeit deutlich steigen und die gute Lage am Arbeitsmarkt weiterhin gut ist", schrieb Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. Sie glaubt jedoch, dass der Konsum insgesamt im vierten Quartal leicht gewachsen ist. "Denn die Ausgaben der privaten Haushalte, die in den Einzelhandel fließen, machen mittlerweile nicht einmal mehr ein Viertel des gesamten Konsums aus."

Im Vergleich zum Dezember 2010 legte der Umsatz nominal um 0,5 Prozent zu und nahm real um 0,9 Prozent ab. Preisbereinigt gingen die Umsätze in allen Sparten im Jahresvergleich zurück. Einzige Ausnahme war der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf, wo ein Plus von 3,6 Prozent verbucht wurde. Kaufhäuser und der Internethandel dagegen mussten einen Rückgang von rund zweieinhalb Prozent verkraften.

Im Gesamtjahr nahm der Einzelhandel nominal 2,6 Prozent mehr ein. Preisbereinigt lag das Plus nur bei 0,9 Prozent. Trotz des schwachen Weihnachtsgeschäfts blickt die Branche aber zuversichtlich ins neue Jahr. "Der Handel zeigt sich weiterhin robust", sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Stefan Genth. Die Branche rechnet mit einem Umsatzwachstum von 1,5 Prozent nominal.

Zum Jahresauftakt könnte der Wintereinbruch den Geschäften helfen. Wegen der bisher milden Witterung sind die Lager mit Bekleidung für die kalte Jahreszeit gut gefüllt. Am Montag begann der Winterschlussverkauf. Laut HDE gibt es trotz der Kälte Rabatte bis zu 50 Prozent. Die Regale müssten bis März wieder frei sein, denn dann kämen die Kollektionen für Frühjahr und Sommer.

© 2012 ftd.de

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