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23.07.2010

Konjunkturbarometer: Ifo-Index macht größten Sprung seit Wiedervereinigung

Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune
Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune
© ddp
Erwartet worden war eine leichte Eintrübung. Stattdessen verbesserte sich die Laune deutscher Chefs so deutlich wie nie in den vergangenen 20 Jahren. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune", sagt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli so stark verbessert wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sei von 101,8 Zählern im Vormonat auf 106,2 Punkte gestiegen, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mit. Experten hatten hingegen mit der leichten Stimmungseintrübung gerechnet.

Die 7000 befragten Unternehmen schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Lage deutlich besser ein als zuletzt. Das Barometer für die Erwartungen stieg auf 105,5 Punkte von 102,5. Das Lage-Barometer kletterte auf 106,8 von 101,2 Punkten.

Das sei der größte Sprung seit der Wiedervereinigung, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune."

Auch Volkswirte reagierten sehr positiv. "Ich kann mir diese Zahl gar nicht richtig erklären", sagte Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. "Wir hatten zwar mit einem leichten Anstieg gerechnet, aber das übertrifft unsere Erwartungen."

"Das sind bombige Zahlen, unglaublich, was da abgeht", sagte Andre Scheuerle von der Deka-Bank. "Aber die Einkaufsmanagerindizes haben schon erahnen lassen, dass der Juli ein richtig kräftiger Monat wird." Allerdings werde der Aufschwung nicht in diesem Tempo weitergehen. "Die Konjunktur schaltet im zweiten Halbjahr einen Gang zurück, bricht aber nicht ein."

Auch Ralph Solveen von der Commerzbank zeigte sich überrascht. "Wir hatten mit einem Anstieg gerechnet, aber das hatten wir nicht erwartet." Es handle sich um eine "Wahnsinnszahl". Man müsse "sehr weit zurückgehen, bis man höhere Werte findet."

Quelle: ftd.de
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