Die monatelang am Abgrund stehende Schifffahrt hat sich schlagartig erholt und steuert auf das Vorkrisenniveau zu. Die großen Konzerne profitieren vom anziehenden Welthandel und stocken ihre Kapazitäten wieder auf. Vor einem Jahr war sich noch fast die gesamte Branche einig, dass 2010 noch einmal richtig schlimm werden würde. Inzwischen schreiben die größten europäischen Linienreeder wie Maersk, CMA CGM oder Hapag-Lloyd schon wieder schwarze Zahlen.
Der dänische Schifffahrts- und Ölkonzern A.P. Moller-Maersk untermauerte am Mittwoch mit seinen Halbjahreszahlen den Trend. Der Konzern profitierte in den ersten sechs Monaten 2010 von einer Erholung bei den Frachttarifen und einem steigenden Warenumschlag. Im Gesamtjahr erwartet der Konzern, zu dem die weltgrößte Containerreederei Maersk Line gehört, einen Gewinn von mehr als 4 Mrd. Dollar - deutlich mehr als bisher prognostiziert.
Die Containertarife seien zurück auf dem Niveau von 2008, sagte Firmenchef Nils Smedegaard Andersen. Die Volumina näherten sich allmählich dem Ausmaß von vor zwei Jahren. Allerdings warte der Konzern auf die Belebung der Konsumnachfrage in den USA und Europa. Moller-Maersk bleibt aber vorsichtig. Das Unternehmen rechnet im vierten Quartal mit Ende der Hauptsaison wieder mit niedrigeren Frachttarifen.
Von der Wirtschaftserholung profitiert auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd. Das Hamburger Unternehmen erzielte im dritten Quartal einen Rekordgewinn von 226 Mio. Euro nach einem Minus von 193 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. "Die Rally geht weiter. Wir sind wieder auf Wachstumskurs in der Containerschifffahrt", sagte TUI-Finanzvorstand Horst Baier jüngst. Der Reisekonzern hält die Mehrheit an Hapag.
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