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09.07.2010

Konjunktursensible Branche: Airlines heben ab zum Aufschwung

Von: Annette Berger
Flugbranche verspührt Aufwind.
Zoom Flugbranche verspührt Aufwind.
© AFP
Verluste, geizige Geschäftsreisende, Vulkanasche? Das ist passé. Im Trend sind steigende Aktienkurse. Vor allem der Frühindikator Luftfracht zeigt steil nach oben.

Es war April, da verdüsterte sich der Himmel über Europa kurz - und zwar buchstäblich. Flugverbote wegen der Vulkanasche aus dem isländischen Eyjafjallajökull wurden an vielen Orten verhängt. Airlines klagten, der erzwungene Stillstand werfe sie in ihrer Erholung nach dem Horrorjahr 2009 zurück. Die ganze Branche hatte sich doch so auf den Aufschwung gefreut.

Nun freut sie sich ein zweites Mal - und diesmal richtig. Und mit ihr die Anleger, die Aktien von Fluglinien in ihren Depots halten. Um neun Prozent stieg der Emea-Airlines-Index des Informationsdienstes Bloomberg seit Anfang Juni. Der Indikator bildet die Aktienkursentwicklungen von Airlines in Europa, dem Nahen Osten und Asien ab. Zum Vergleich: Der mehrere Branchen erfassende und damit allgemeine europäische Stoxx-600-Index kroch in der Zeit nur um 1,5 Prozent voran.

Das Lufthansa-Papier schaffte gleichzeitig einen Sprung von elf Prozent. Am Freitag legt die Airline Verkehrszahlen für Juni vor. Der Billigflieger Ryanair brachte es binnen der vergangenen Wochen immerhin auf ein Kursplus von acht Prozent, Air France-KLM auf gut vier Prozent.

Der Negativtrend sei eindeutig gebrochen, heißt es zur Lage der Branche auf dem Münchner Flughafen, dem zweitgrößten Airport nach Frankfurt. Im Juni wurde dort mit 3,2 Millionen Fluggästen ein Rekordwert erzielt - ein Zuwachs von zwölf Prozent im Vergleich zum Juni 2009. Befürchtungen, dass die Konjunktur noch einmal in die Rezession abrutschen werde, "kann ich in unseren Zahlen nicht sehen", sagt Airport-Chef Michael Kerkloh.

Dass es aufwärts geht, zeigt sich besonders an der Luftfracht, auf deren Entwicklung die Branche stets ein besonderes Augenmerk legt. Denn das Geschäft mit dem Transport von Waren gilt als Frühindikator. Geht es mit der Wirtschaft bergab, spüren es zunächst diejenigen, die Waren von einem Ort zum anderen transportieren, also die Frachtflieger. Das Passagiergeschäft folgt der Faustregel zufolge erst etwas später, wenn Unternehmen bei Dienstreisen knausern.

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