Der Lübecker Mischkonzern Possehl will den insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland in Teilen übernehmen. Die seit Jahren akquisitionsfreudige Gruppe teilte am Dienstag mit, sie habe ein Angebot für das Geschäft mit Rollendruckmaschinen in Augsburg abgegeben.
Damit stehen sich zwei konkurrierende Konzepte gegenüber. Zweiter Bieter soll der US-Finanzinvestor Platinum Equity sein, der sich Insidern zufolge für alle drei Werke des weltweit zweitgrößten Druckmaschinenbauers interessiert. Wer den Zuschlag erhält, wollen die Gläubiger am Mittwoch entscheiden, allen voran ein Bankenkonsortium um die HypoVereinsbank.
Der deutsche Finanzinvestor Allianz Capital Partners, der die Mehrheit an Manroland hält, hatte das Unternehmen im November fallenlassen, weil er kein frisches Geld mehr in das chronisch defizitäre Traditionsunternehmen stecken wollte. Possehl hatte in Augsburg bereits den angeschlagenen Kuvertiermaschinenhersteller Böwe Systec übernommen.
Das Geschäft mit Rollendruckmaschinen solle in dem norddeutschen Unternehmen mit rund 140 Einzelgesellschaften als eigenständiges Geschäftsfeld geführt werden, hieß es in der Mitteilung. Ein Großteil der Beschäftigten solle an Bord bleiben. In dem Konzept, das dem Insolvenzverwalter vorgelegt wurde, hält sich Possehl zudem eine spätere Beteiligung am Manroland-Standort in Plauen offen. Zunächst sollen die Lieferbeziehungen dorthin beibehalten werden.
Zu den finanziellen Details der Offerte wollte sich Possehl nicht äußern. In der knappen Pressemitteilung hieß es lediglich, die für die Fortführung des operativen Geschäfts in Augsburg nötige Kreditlinie im mittleren zweistelligen Millionenbereich werde voraussichtlich von einen Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank bereitgestellt.
Ein Sprecher sagte, die Bogendruckmaschinenfabrik in Offenbach sei nicht Teil der Übernahmepläne. In diesem Geschäft sei Manroland im Vergleich zum Rivalen Heideldruck zu klein. Beim Insolvenzverwalter hieß es, für den Fall des Zuschlags für Possehl habe man einen weiteren Bieter für Offenbach in der Hinterhand.
Quelle: ftd.de
© 2012 reuters
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