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13.12.2010

Konsumboom: Weihnachtsgeschäft macht Lust auf mehr

Von: Mathias Ohanian

© Getty Images
Die Einzelhändler kommen ins Schwärmen. Für die laufende Weihnachtssaison rechnen sie mit einem Umsatz wie zuletzt vor der Krise. Allgemein wird 2011 der größte Konsumzuwachs seit zehn Jahren erwartet.

Das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist laut Volkswirten der Auftakt zu einem kräftigen Wachstum des Konsums auch im kommenden Jahr. "Das Weihnachtsgeschäft dürfte in diesem Jahr 2,5 Prozent besser als 2009 ausfallen", sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), gestern. Konnten die deutschen Einzelhändler im Weihnachtsgeschäft 2009 noch 75 Mrd. Euro umsetzen, rechnet der HDE für dieses Jahr mit 77 Mrd. Euro.

Auch beim Blick über Weihnachten und den Jahreswechsel hinaus sind die Einzelhändler optimistisch. "Wir rechnen damit, den positiven Trend im Weihnachtsgeschäft auch ins kommende Jahr mitnehmen zu können", sagte Genth vom HDE. Volkswirte teilen diese Erwartung. Die Geschäftsbank Unicredit rechnet für 2011 mit einem Plus von zwei Prozent beim privaten Verbrauch. "Dies wäre der stärkste Zuwachs seit zehn Jahren", so Alexander Koch, Volkswirt bei der Unicredit.

Damit schlägt die wirtschaftliche Erholung jetzt auch auf den privaten Verbrauch durch. War die gesamtwirtschaftliche Aufholjagd lange von den Exporterfolgen und dann vom Plus bei den Investitionen geprägt, legt nun auch der Konsum zu. Nach den Ifo-Geschäftserwartungen kletterte auch das von der EU-Kommission erhobene Konsumentenvertrauen auf ein neues Rekordhoch.

"Wir rechnen mit einem guten Weihnachtsgeschäft", sagte auch Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Besonders die Internetanbieter profitieren davon. Laut HDE dürften sie in diesem Jahr rund 5,9 Mrd. Euro umsetzen - ein Plus von über sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Gastronomie verdient mehr. Gut 41 Prozent der Wirte berichten laut einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes, ihr Weihnachtsgeschäft laufe besser als 2009. Rund 45 Prozent berichten von einer gleichbleibenden Buchungslage. Nur wenige klagen über Rückgänge.

"Am Ende könnte das Weihnachtsgeschäft auf dem Niveau von 2006 liegen, als der Einzelhandel knapp 78 Mrd. Euro umsetzte", so Genth. Das war der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Zum gesamten Jahresumsatz im Einzelhandel trägt das Weihnachtsgeschäft - also die Verkäufe im November und Dezember - rund 20 Prozent bei. Für die Hersteller von Spielwaren und Schmuck liegt der Anteil sogar bei bis zu 30 Prozent.

Für ein gutes Weihnachtsgeschäft sprechen auch der bisherige Jahresverlauf und die Verbraucherstimmung. "Waren die Umsätze im Rest des Jahres stark, gab es in der Regel auch ein gutes Weihnachtsgeschäft. Und bis Oktober zeigten die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr spürbar nach oben", so Koch von der Unicredit. Das Konsumklima der GfK kletterte für Dezember auf 5,5 Punkte nach revidierten 5,1 Zählern. Zum Vergleich: Zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts 2009 lag der Index nur bei 3,9 Zählern. Das von der EU-Kommission erhobene Verbrauchervertrauen sprang zuletzt um drei Zähler auf 10,9 Punkte - ein außergewöhnlicher Wert, liegt der Schnitt seit 1990 doch bei minus 10,1 Punkten. Überflügelt wird der hiesige Indikator in Europa derzeit nur noch von Schweden und Finnland.

Quelle: ftd.de
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