Derzeit ist der Dienst nur in Österreich, Ungarn und der Schweiz erhältlich. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft soll der Einstieg in Deutschland erfolgen. Laut einem Bericht der Wiener Tageszeitung "Wirtschaftsblatt" setzen die Österreicher dabei auf eine Kooperation mit dem Mobilfunkbetreiber 02. Eine Unternehmenssprecherin kommentierte dies nicht. Nach Deutschland sollen im nächsten Jahr weitere Schlüsselmärkte in Europa in Angriff genommen werden.
Red Bull setzt damit auf die Bekanntheit seiner Marke, die seit dem Formel-1-Engagement deutlich gestiegen ist. Das European Brand Institute schätzt den Markenwert auf mehr als 11 Mrd. Euro. Mit dem Handygeschäft soll eine eigene Red-Bull-Community aufgebaut werden. Auf der Onlineplattform Facebook hat das Unternehmen über 9,2 Millionen Fans.
Red Bull setzt im Marketing vor allem auf Sportsponsoring - und dabei auf schnelle Autos und Extremsportarten aus dem Stunt- und Abenteuerbereich, die das Image des angeblich Flügel verleihenden Dosengetränks transportieren sollen. Wer Red Bull trinkt, soll dynamisch, jung, sportlich und leistungsstark wirken. Weltweit sponsert der Konzern rund 500 Sportler, die das Image vermitteln sollen. "Es gibt für Red Bull keinen bestehenden Markt, aber wir werden ihn machen", so Konzernchef Dietrich Mateschitz.
Seit zwei Jahren testet der Konzern in Österreich, wie man als Inhalte- und Markenlieferant für einen Mobilfunkbetreiber Geld verdienen kann. Red Bull baut kein eigenes Mobilfunknetz auf, sondern nutzt in Österreich die Dienste der Mobilfunktochter von Telekom Austria. Über einen Internetshop und eigene Vertriebsstellen werden unter der Marke Red Bull Mobile Handys mit speziellen Mobilfunkverträgen verkauft. Die Kunden erhalten Zugang zu exklusiven Inhalten wie täglichen Nachrichten, Sportvideos, Interviews mit Red-Bull-Athleten und einem eigenen Fernsehkanal.
Die unter eigenen Bezeichnungen angebotenen Handys werden in China von Huawei und ZTE geliefert. Laut Branchenkreisen konnte in Österreich bislang eine Kundenzahl im fünfstelligen Bereich gewonnen werden.
Das Handygeschäft soll auch den Vertrieb des Brausegetränks ankurbeln. Im Zuge der Wirtschaftskrise ist der Gewinn stark zurückgegangen. 2008 hatte das österreichische Unternehmen ein Nettoergebnis von 120,7 Mio. Euro und 2009 von 123,1 Mio. Euro erzielt. Zum Vergleich: Noch 2007 waren es 234 Mio. Euro. "Dieses Jahr wird wahrscheinlich eines der erfolgreichsten oder das erfolgreichste Jahr überhaupt in der Geschichte von Red Bull werden", kündigte Mateschitz vor Kurzem an.
Das US-Magazin "Forbes" taxiert das Vermögen des Firmenchefs auf rund 4 Mrd. Euro. Er hatte einst als Marketingexperte für die Zahnpastafirma Blendax gearbeitet. Auf den Geschmack von Red Bull kam in Thailand, wo er während einer Reise den Energydrink unter dem Namen Krating Daeng entdeckte. Mateschitz tat sich mit dessen Eigentümer, dem Geschäftsmann Chaleo Yoovidhya, zusammen. Der Thailänder hält 51 Prozent am Konzern, den Rest der Österreicher.
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