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06.02.2012

Logisitk: Deutsche Bahn päppelt Güterverkehr

Von: Bernd Hops
Güterzüge stehen auf dem Rangierbahnhof in Maschen
Zoom Güterzüge stehen auf dem Rangierbahnhof in Maschen
© Getty Images
Tiefrote Zahlen plagen die Gütertochter der Bahn. Ein neues Sparprogramm soll 60 Mio. Euro bringen und einen Stellenabbau - obwohl die Personaldecke schon jetzt dünn ist.

Die Deutsche Bahn hofft, ihren kriselnden Güterverkehr durch einen effizienteren Einsatz der Waggonflotte profitabel zu machen. Nach Informationen der impulse-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland (FTD) wurde das Ziel vorgegeben, das Ergebnis der Tochter DB Schenker Rail Deutschland durch diese Maßnahme ab 2012 um mindestens 60 Mio. Euro zu verbessern. Außerdem sollen Unternehmenskreisen zufolge bis 2014 gut 900 Arbeitsplätze eingespart werden, vornehmlich in den Bereichen Steuerung und Verwaltung. Wo konkret Stellen wegfallen könnten, sei aber völlig unklar, hieß es. Die Personaldecke sei schon jetzt teilweise sehr dünn. Es seien bereits Engpässe absehbar, sobald das Transportgeschäft im Frühjahr wieder anziehe. Eine Unternehmenssprecherin lehnte es ab, sich zu internen Planzahlen zu äußern.

Der Schienengüterverkehr der Bahn steckt in Deutschland nach einer kurzfristigen Erholung tief in der Krise und muss jedes Mittel nutzen, um das Ergebnis zu verbessern. Im vergangenen Jahr hat der Konzernableger auf dem wichtigen Heimatmarkt trotz wachsender Transportmengen tiefrote Zahlen geschrieben, während ursprünglich ein Gewinn eingeplant war. Derzeit ist die Bahn dabei, bei den Kunden höhere Preise als Ausgleich durchzusetzen und nicht profitable Geschäfte einzustellen.

Der Konzern ist zwar Marktführer in Europa mit einem Anteil von 25 Prozent und 5 Mrd. Euro Jahresumsatz. Doch mehr als zwei Drittel seines Schienengütergeschäfts macht er in Deutschland. 2011 gab es hier noch 19.300 Beschäftigte, seit 2008 wurden bereits 2500 Arbeitsplätze abgebaut. Wegen der hohen Belastungen hat die Bahn die Ergebnisplanung für die Tochter DB Schenker Rail, in der auch die mittlerweile profitablen Auslandstöchter enthalten sind, für die Jahre 2011 bis 2015 laut internen Unterlagen um insgesamt fast 700 Mio. Euro zurückgenommen, obwohl mit einem starken Anstieg der Transportmenge kalkuliert wird.

Tochter Schenker spart

Von der Korrektur sollen laut Konzernkreisen allein etwa 300 Mio. Euro auf zu teure Instandhaltung und schlechtes Flottenmanagement in Deutschland zurückgehen. Auf einer Klausur haben sich deshalb Ende Januar Experten des Unternehmens über mehrere Tage mit Möglichkeiten beschäftigt, die Flotte effizienter einzusetzen. In einem Führungskräftebrief, der der FTD vorliegt, beschreibt DB-Schenker-Chef Alexander Hedderich das Ergebnis des Treffens begeistert: "Das identifizierte Ergebnispotenzial wurde übertroffen." Doch in Konzernkreisen wird gezweifelt: Noch seien viele Ansatzpunkte zu vage.

Hedderich sieht die Reorganisation als zwingend und warnt in dem Brief: "Auf konjunkturellen Rückenwind können wir nicht bauen." Er kündigt an, dass vom Vorstand im März ein "Maßnahmenpaket Güterwagenmanagement" verabschiedet werde. Notwendige Investitionen müssten auch vom Konzernvorstand der Bahn genehmigt werden. "Dies habe ich bereits angestoßen", versicherte der Chef von Schenker Rail.

Schenker Rail hat seit Jahren unter erheblichem Spardruck zu leiden. Schon seit Längerem ist geplant, den Schienengüterverkehr in eine sogenannte Netzwerkbahn umzubauen, die verstärkt auf eine kleinere Zahl an Zentren für den Güterumschlag setzt.

Quelle: ftd.de
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