09.06.2010

Luftverkehrsabgabe: Germanwings droht mit Abwanderung in die Niederlande

Passagiere am Check-In der Airline Germanwings am Flughafen Köln.
Zoom Passagiere am Check-In der Airline Germanwings am Flughafen Köln.
© Bloomberg
"Wir fliegen von Maastricht in den Urlaub" - dieser Satz wäre nach Ansicht der Lufthansa-Tochter die Konsequenz der schwarz-gelben Sparpläne. Statt Geld in die Staatskasse zu spülen fördere die Luftverkehrsabgabe ausländische Flughäfen.

Die Lufthansa -Tochter Germanwings erwägt eine Abwanderung in die Niederlande, wenn die Bundesregierung die angekündigte Luftverkehrsabgabe einführt. "Die Flughäfen in Köln und Düsseldorf werden massiv darunter leiden und Fluggäste verlieren, die lieber von den Niederlanden aus fliegen", sagte ein Germanwings-Sprecher und bestätigte einen WDR-Bericht. "Wenn das geschieht, müssen wir überlegen, ob wir nicht unseren Passagieren hinterherziehen und nach Maastricht gehen." Die niederländische Stadt ist nur eine Autostunde von Köln entfernt.

Die schwarz-gelbe Koalition hatte am Montag im Rahmen ihres Sparpakets auch angekündigt, von 2011 an eine Luftverkehrsabgabe einzuführen. Sie soll für alle Passagiere erhoben werden, die von einem deutschen Flughafen starten, und jährlich 1 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen.

"Diese Abgabe ist ein Förderprogramm für ausländische Airlines und ausländische Flughäfen", sagte der Germanwings-Sprecher. In den Niederlanden habe es früher eine ähnliche Abgabe gegeben, die aber wieder abgeschafft worden sei, nachdem viele Passagiere daraufhin von Deutschland aus gestartet seien. Der Flughafen Köln-Bonn ist der größte Standort von Germanwings. Die Billigfluglinie fliegt von dort 67 Ziele an.

Kritik an der Luftverkehrsabgabe kam auch von der Lufthansa. "Sollte das zutreffen, wäre das ein schwarzer Tag für den Luftverkehrsstandort Deutschland", sagte ein Sprecher. MDie Regierung versuche, mit einem untauglichen Mittel Haushaltslöcher zu stopfen und schwäche damit den gerade aufkeimenden Aufschwung. Es ergebe keinen Sinn, den Transportsektor zusätzlich zu belasten.

© 2010 ftd.de

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