Der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental hat einen weitreichenden Personalumbau an der Spitze des Unternehmens beschlossen - und damit den Weg für die Beendigung des Machtkampfes mit Großaktionär Schaeffler freigemacht. Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) stimmte das Kontrollgremium der Abberufung von Conti-Chef Karl-Thomas Neumann einstimmig zu. Nachfolger wird Schaeffler-Manager Elmar Degenhart. Er bekam nur eine Gegenstimme aus dem Lager der Arbeitnehmer. Neumann hatte das Vertrauen von Schaeffler verloren, seine Abberufung war daher erwartet worden.
Zugleich soll auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer mittelfristig seinen Posten als Conti-Aufsichtsratschef abgeben. Koerfer ist nach Informationen der FTD bereit, den Vorsitz an einen von außen kommenden Aufsichtsrat zu übergeben, nachdem ein neuer Finanzvorstand gefunden und die Vorstandsneuordnung vollzogen ist. Dies soll so schnell wie möglich erfolgen und abgeschlossen werden.
Das Kontrollgremium bestätigte noch einmal den Auftrag zur Vorbereitung einer Kapitalerhöhung. Das Gremium hatte jüngst beschlossen, eine Anhebung des Eigenkapitals um bis zu 1,5 Milliarden Euro in die Wege zu leiten. Zudem soll der Conti-Vorstand erweitert werden.
Vor knapp zwei Wochen war der Großaktionär Schaeffler im Conti-Aufsichtsrat mit dem Versuch gescheitert, Neumann sofort abzulösen. Altbundeskanzler Gerhard Schröder hatte anschließend prüfen lassen, ob das Verhalten gegen eine vor einem Jahr von Conti und Schaeffler abgeschlossene Investorenvereinbarung verstößt. Schröder ist Garant der Vereinbarung. Die Schaeffler Gruppe besitzt knapp 50 Prozent der Conti-Aktien und hat weitere 40 Prozent bei Banken geparkt. Beide Unternehmen sind zusammen mit rund 21 Milliarden Euro verschuldet.
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