Die Geschäfte in der Hotellerie ziehen schneller an als erwartet. "Die Zahl der Geschäftsreisenden ist zuletzt deutlich gestiegen, und die Firmen sind nicht mehr so sparsam wie vor einem Jahr", sagte der Vorstandschef der Steigenberger Hotelgruppe, Arco Buijs, der FTD. Der positive Trend der ersten sechs Monate setze sich auch im Herbst fort. "Im Gesamtjahr könnte es sogar noch ein bisschen besser werden", betonte der Manager, der die Kette seit Anfang Juli führt.
Für das erste Halbjahr meldete die Nummer fünf auf dem deutschen Markt, die 50 Steigenberger-Häuser und 31 Intercity-Mittelklassehotels betreibt, ein Umsatzplus von acht Prozent. Der Konzern, der 2009 von der ägyptischen Travco-Gruppe (Iberotel, Sol y Mar) übernommen wurde, werde 2010 "auf jeden Fall" mit einem Gewinnplus abschließen, sagte Buijs. Die Zahlen für das vergangene Jahr hat Steigenberger noch nicht veröffentlicht. 2008 verdiente der Konzern bei 500 Mio. Euro Umsatz operativ 11,9 Mio. Euro.
Steigenberger reiht sich damit in jene Hotelketten ein, die von einer positiven Geschäftsentwicklung berichten. Die weltgrößte Kette Intercontinental, die unter Marken wie Crowne Plaza oder Holiday Inn weltweit 4500 Hotels betreibt, meldete vergangene Woche, dass ihr Nettogewinn im ersten Halbjahr um 14 Prozent auf 135 Mio. Dollar (105 Mio. Euro) gestiegen sei. Auch Europas größter Hotelkonzern Accor, der unter anderem unter den Namen Sofitel, Novotel oder Ibis aktiv ist, hat die Umsätze zuletzt um 4,7 Prozent gesteigert. Die Gewinnzahlen für das Halbjahr veröffentlicht Accor am 26. August.
Zum Thema
Eine "deutliche Trendwende" sieht darin der deutsche Branchenverband IHA. Im vergangenen Jahr litten die Hoteliers, ähnlich wie die Fluggesellschaften, stark unter dem Sparzwang der Konzerne. Im Zuge der Wirtschaftskrise strichen diese ihren Mitarbeitern Geschäftsreisen oder hielten sie an, günstiger zu verreisen. Selbst wer es sich leisten konnte, verzichtete oft auf das Fünfsternehotel, weil dies gegenüber Mitarbeitern und Kunden als schwer vermittelbar galt. 1 Mrd. Euro Umsatz büßten die Hotels allein in Deutschland ein; sie schlossen das Jahr mit einem Umsatz von 15,6 Mrd. Euro ab.
Aufgrund der verschiedenen Geschäftsformen - einige Hotels besitzen ihre Immobilien, andere pachten sie nur - gibt es keine einheitliche Gewinndefinition. Branchenkenner schätzen die Margen der Betreiber aber grob auf Werte zwischen zwei und fünf Prozent.
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