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01.09.2010

Mehr Umsatz, weniger Schulden: Autoboom schiebt Schaeffler an

Der Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach
Der Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach
© ddp
Das sonst so verschwiegene Familienunternehmen muss Zahlen vorlegen. Angesichts der Neuigkeiten dürfte das dem Schaeffler-Management aber einigermaßen leicht gefallen sein.

Lange ließ sich das Unternehmen nicht in die Karten schauen. Nach dem bühnenreifen Drama um die Übernahme des größeren Conti-Konzerns gibt der fränkische Autozulieferer erstmals bislang geheime Zahlen preis.

Und die können sich sehen lassen. Denn nach der Wirtschaftskrise sieht sich das fränkische Familienunternehmen wieder auf Erfolgskurs - vor allem, weil es in der Autoindustrie seit einigen Monaten steil bergauf geht. Schaffler rechnet damit, in diesem Jahr wieder an die Ergebnisse aus der Zeit vor dem Wirtschaftseinbruch anknüpfen zu können.

Für das Gesamtjahr kündigte Konzernchef Jürgen Geißinger am Mittwoch in München einen Umsatzzuwachs von mindestens zehn Prozent auf 8 Mrd. Euro an. Der Betriebsgewinn soll sich auf mindestens 800 Mio. Euro verdoppeln. "Wir sind gut in das zweite Halbjahr gestartet und optimistisch, dass wir unsere selbstgesteckten Ziele übertreffen werden", fügte er hinzu.

Die hoch verschuldete Schaeffler-Gruppe steigerte im ersten Halbjahr angesichts wachsender Nachfrage aus der Autoindustrie ihren operativen Gewinn deutlich. Aufgrund von Sondereffekten aus der Übernahme des Autozulieferers Continental steht unter dem Strich allerdings noch ein Verlust von 260 Mio. Euro.

Das Minus sei nur der bei Continental notwendigen Kapitalerhöhung geschuldet, die Schaeffler mit 396 Mio. Euro belastete, sagte der Unternehmenschef. Ohne den Einmaleffekt hätte Schaeffler im ersten Halbjahr 236 Mio. Euro verdient.

Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch 625 Mio. Euro betragen. Der Umsatz kletterte im Vorjahresvergleich bis Ende Juni um mehr als 30 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro.

Die Zusammenarbeit mit Conti will Schaeffler ausbauen - wann es tatsächlich zu der angestrebten Fusion kommt, ließ Geißinger am Mittwoch offen. "Natürlich wollen wir einen Zusammenschluss der Unternehmen", bekräftigte Geißinger. Doch gebe es dafür ausreichend Zeit. Denkbar sei etwa ein Zusammenschluss Ende 2011 - doch ob und in welcher Form ein solches Projekt umgesetzt werde, sei derzeit kein Thema. Vorrang habe zunächst die Zusammenarbeit mit Conti bei technischen Projekten.

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