Bis 2000 Meter tief reicht der Erzkörper im Bushveld Complex östlich von Johannesburg. Wo einst flüssiges Magma in die Erdkruste drang, graben Schaufelbagger gigantische Krater. Das Gebiet, so groß wie Bayern, birgt die weltgrößten Reserven an Platinmetallen und Chrom. Seit einigen Tagen suchen dort auch Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (BGR) "Wegweiser für zusätzliche Ressourcen". Ihr Auftrag der Bundesregierung: "die langfristige Sicherung der Rohstoffversorgung des Industriestandortes Deutschland".
"Gerade in Afrika gibt es eine ganze Bandbreite von wichtigen Metallen, die benötigt werden in der Wertschöpfungskette für Zukunftstechnologien", sagt Stefan Beisswenger, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM). Dort lägen erhebliche Reserven etwa von Tantal und Kobalt.
![]() Zoom Afrika: reich an Rohstoffen |
Doch Deutschland hat dieses Potenzial bislang kaum genutzt. Hierzulande macht sich zwar die Sorge breit, im Wettlauf um strategische Rohstoffe für Zukunftstechnologien China zu unterliegen. Es geht etwa um das Material für Mikrokondensatoren von Notebooks oder Automotoren. Aus Afrika versorgt aber derzeit nur ein einziges deutsches Unternehmen die Bundesrepublik direkt mit Rohstoffen, die Goslaer Firma Starck. Sie handelt unter anderem mit dem Metallrohstoff Tantal.
Viele Firmen scheuen schlicht das Risiko, in ehemaligen Bürgerkriegsländern direkt nach Geschäften zu suchen. "Aufgrund der in vielen Ländern Afrikas nach wie vor bestehenden politisch schwierigen Situation und Instabilität ist es für ein europäisches Unternehmen nahezu unmöglich, da einzusteigen", sagt WVM-Chef Beisswenger.
Börsennotierte Unternehmen engagieren sich somit nur mit spitzen Fingern, möchten nicht mit Diktatoren in Verbindung gebracht werden. Das "schränkt die Versorgungsmöglichkeiten ein", sagt Beisswenger. Internationale Bergbaukonzerne buhlen dagegen um verborgene Schätze, wobei China gern des unlauteren Wettbewerbs bezichtigt wird.
"Die Bedeutung Afrikas im Rohstoffgeschäft steigt, und mehr und mehr Weltkonzerne schauen sich die dortigen Ressourcen näher an", sagt der Rohstoffexperte des Afrika-Vereins der Deutschen Wirtschaft, Walter Englert. Die Handelsströme könnten sich verschieben. Die deutsche Industrie, rät er daher, sollte diesen Trend nicht verpassen.
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