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11.01.2011

Mittelstand: Die etwas andere Visitenkarte

Von: Merle Schmalenbach

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Immer mehr Mittelständler veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte und dokumentieren so ihr soziales und ökologisches Engagement. Der Aufwand lohnt sich.

Jedes Jahr stochert Thomas Weiß in den Problemen seines Unternehmens herum: Lagerplatzmangel? Eine stromfressende Abfüllanlage? Thomas Weiß notiert alles, am Ende veröffentlicht er die Fakten - für jedermann zugänglich im Internet. Der Umweltwissenschaftler ist verantwortlich für die Nachhaltigkeitsberichte der Neumarkter Lammsbräu, einer Ökobrauerei in der Oberpfalz.

Die Berichte sind zumeist 50 Seiten stark, in ihnen beleuchtet Thomas Weiß selbstkritisch, welche Erfolge sein Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit verbuchen kann - und wo es noch hapert. "Es ist wichtig, dass man den Menschen nichts vorgaukelt", sagt er. Die Strategie zahlt sich aus: Der Mittelständler ist zum Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeitsberichten geworden.

Großkonzerne sind längst dazu übergegangen, ihr soziales und ökologisches Engagement in Nachhaltigkeitsberichten darzustellen. Neu ist, dass es nun auch Mittelständler tun.

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Verein Future riefen 2009 erstmals mittelständische Unternehmen dazu auf, ihre Nachhaltigkeitsberichte für ein Ranking einzuschicken. Die Resonanz war jedoch gering: Nur 46 Firmen reagierten. "Viele Mittelständler haben zwar das Bedürfnis, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, wollen damit aber nicht primär in den Wettbewerb gehen", sagt Jana Gebauer, zuständige IÖW-Mitarbeiterin.

Auch Professor Stefan Schaltegger, Experte für Nachhaltigkeitsmanagement an der Leuphana Universität Lüneburg, hat beobachtet, dass viele Firmen das Thema Nachhaltigkeitsbericht zurückhaltend behandeln: "Viele wollen sich nicht zu stark aus dem Fenster lehnen. Sie haben oft Angst, dass ihr Engagement zu kritisch beäugt wird." Andere verzichteten ganz auf einen Nachhaltigkeitsbericht, da ihnen der Aufwand zu groß sei: "Man braucht Leute, die sich spezifisch darum kümmern. Es ist eine Frage der Ressourcen", sagt Schaltegger.

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