Infineon-Chef Peter Bauer sagte, der Verkauf sei eine strategische Entscheidung, damit sich sein Haus künftig stärker auf die verbleibenden Geschäfte mit Auto- und Industrielektronik sowie Chipkartentechnik konzentrieren könne. "Alle Seiten profitieren stark von dieser Transaktion." Wireless Solutions (WLS) sei auch unter Intel in der Lage, weiter zu wachsen.
Die Sparte WLS werde als eigenständige Geschäftseinheit agieren und seine Bestandskunden weiter bedienen, hieß es. Intel werde die Technik in seine Angebote integrieren. "Der weltweite Bedarf an Wireless-Lösungen wächst weiterhin mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit", sagte Intel-Chef Paul Otellini. "Da immer mehr Geräte über Computing-Funktionen und Internetzugang verfügen, sind wir überzeugt davon, dass Intel gut positioniert ist, um das Wachstumspotenzial in jedem Computing-Segment zu nutzen - von Laptops bis zu mobilen Endgeräten."
Einkaufstour stärkt Mobilfunksegment
Die Übernahme wurde als letzte Chance für Intel gesehen, in den boomenden Mobilfunkmarkt einzusteigen. Der Konzern ist bei Computerchips unangefochtener Marktführer, bei Mobilfunkchips gilt der britische Chipdesigner ARM als führend.
Mit dem Kauf von Infineons Handychipsparte kann Intel eine wichtige Lücke in seinem Angebot schließen. Der Chiphersteller baut zwar Prozessoren für Smartphones. Er liefert aber nicht die sogenannten Baseband-Chips, die in allen Mobiltelefonen stecken und direkt mit den Mobilfunknetzwerken kommunizieren.
Der US-Konzern setzt zudem seine Einkaufstour fort: Erst vor eineinhalb Wochen hatte Intel die Übernahme des US-Anti-Virensoftwarespezialisten McAfee für 7,7 Mrd. Dollar angekündigt, der ebenfalls im Mobilfunkmarkt stark ist. Mit dem Zukauf solle die Sicherheitssoftware und die Hardware besser miteinander verflochten werden, begründete Intel das Geschäft damals.
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