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21.12.2010

Modelleisenbahn-Ikone: Märklin-Gläubiger genehmigen Insolvenzplan

Märklin: Tradition in Insolvenz
Märklin: Tradition in Insolvenz
© AP
Die Geldgeber des Göppinger Modelleisenbahnbauers Märklin stimmen dem Insolvenzplan zu und verzichten damit auf Millionen. Mehr war nicht zu erreichen, nachdem kein passender Investor beim Traditionsunternehmen einsteigen wollte.

Die Gläubiger des zahlungsunfähigen Spielwarenherstellers Märklin haben einer Abschlagszahlung und einer Weiterführung des Unternehmens in Eigenregie zugestimmt. Die Gläubigerversammlung habe am Dienstag mit 99,8 Prozent den Plan gebilligt, den weltbekannten Modelleisenbahnbauer Märklin erst in den nächsten Jahren an Investoren zu verkaufen, teilte Insolvenzverwalter Michael Pluta nach dem Treffen in Göppingen mit.

Pluta überzeugte die Gläubiger mit seinem Vorhaben, aus dem laufenden Geschäftsbetrieb zunächst 33 Mio. Euro oder zehn Prozent der unbesicherten Forderungen sofort zu erstatten und die restlichen 90 Prozent bei einem späteren Verkauf zu erlösen. "Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass der Investorenprozess ohne jeglichen Verkaufsdruck weiter betrieben werden soll", zog der Insolvenzverwalter Bilanz unter das Gläubigertreffen. Auch die zuletzt noch rund 500 Beschäftigte zählende Belegschaft hatte diesen Insolvenzplan abgenickt. Eine Zerschlagung von Märklin sowie ein Verkauf an Investoren hätten zu einer schlechteren Quote für die Gläubiger geführt, rechnete Pluta vor.

Märklin ist der älteste Modellbahnhersteller der Welt und produzierte vor 151 Jahren zunächst Puppenküchen und anderes Blechspielzeug. 1859 gründete der Flaschner Theodor Friedrich Wilhelm Märklin die Firma in Göppingen. Die Spielzeugeisenbahn kam erst Jahre später dazu: 1891 präsentierten die Söhne des Firmengründers auf der Leipziger Frühjahrsmesse als erstes Unternehmen ein komplettes System mit einer von einem Uhrwerk angetriebenen Lok mit Wagen und einer Schienenanlage in Form einer Acht.

Seit Ende der 90er-Jahre sanken Umsätze und Gewinne in einem insgesamt rückläufigen Markt. 2004 rutschte Märklin in die roten Zahlen. Zwei Jahre später kaufte der Londoner Finanzinvestor Kingsbridge das Traditionsunternehmen von den drei Eigentümerfamilien Märklin, Friz und Safft. Anfang März 2009 meldete die Firma Insolvenz an. Zu Buche standen 90 Mio. Euro Schulden, was etwa einem Jahresumsatz entspricht. Märklin beschäftigt heute noch rund 900 Mitarbeiter an den Standorten Göppingen und Györ in Ungarn.

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Quelle: ftd.de
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