Deutschlands größtes Handelsunternehmen bereitet die mittelfristige Nachfolge von Eckhard Cordes, 59, vor. Metro suche zwei neue Vorstandsmitglieder, je einen als Nachfolger für den ausgeschiedenen Personalvorstand Zygmunt Mierdorf, 58, und den derzeitigen Real- und Cash&Carry-Westeuropavorstand Joël Saveuse, 57. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital unter Berufung auf mehrere Personen in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. "Mindestens einer der beiden Neuen sollte das Zeug zum Vorstandschef haben", hieß es aus Unternehmenskreisen.
Erstmals in der Ära von Cordes bei Metro wird damit ein geordneter Generationswechsel vorbereitet. In der Vergangenheit hatte es regelmäßig Gerüchte über eine vorzeitige Ablösung von Cordes gegeben. Der Konzernchef ist jedoch seit mittlerweile drei Jahren im Amt und hat gerade gute Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Sein Vertrag läuft noch bis Ende Oktober 2012. Capital-Informationen zufolge strebt er keine Vertragsverlängerung mehr an. Ein Konzernsprecher bestritt, dass darüber bereits entschieden sei. "Herr Cordes hat sich noch nicht festgelegt." Weitere Aussagen wollte der Sprecher mit Verweis auf den zuständigen Aufsichtsrat nicht machen.
Formal geht es bei der angestoßenen Suche um zwei normale Vorstandsmitglieder. Seit Februar vakant ist der Posten des einstigen Personalvorstandes Mierdorf. Dessen Aufgaben hatte Cordes zusätzlich übernommen, will sie aber nicht dauerhaft behalten.
Der langjährige Real-Vorstand Saveuse hatte zwar erst im März die Sanierung des Cash&Carry-Großmarktgeschäfts in Westeuropa übertragen bekommen, damals aber bereits klargemacht, dass er dem Konzern aus Altersgründen nur noch begrenzte Zeit zur Verfügung stehe. Er könnte schon 2011 die Zuständigkeit für Real abgeben. Derjenige, der diese Aufgabe im Vorstand übernimmt, könnte sich dort für die Cordes-Nachfolge warmlaufen.
Cordes selbst hatte am Wochenende die 20 wichtigsten Führungskräfte des Unternehmens in Barcelona noch einmal auf sein Programm Shape 2012 eingeschworen, das in den vergangenen zwei Jahren für erhebliche Unruhe gesorgt hatte. So wurden weltweit mehr als 10.000 Stellen abgebaut, der Zentraleinkauf aufgelöst und die Holding für die Cash&Carry-Großmarktkette in den Konzern integriert. Gleichzeitig soll die Kundenorientierung verbessert werden. Der Unternehmensgewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll so um bis zu 1,5 Mrd. Euro jährlich steigen.
Mehrere Führungskräfte, darunter auch Mierdorf, waren im Zusammenhang mit dem Programm gegangen. Von jedem aus der verbliebenen Truppe erwarte er nun, dass er es mit umsetze, sagte Cordes. Es sei noch nicht selbsttragend.
Cordes hat in kleinen Runden mehrfach darauf hingewiesen, dass er bleiben wolle, bis das Programm umgesetzt sei. Er steht dabei unter Erfolgsdruck. Noch als Chef des Duisburger Haniel-Konzerns hatte er eine etwa 3 Mrd. Euro teure Aufstockung der Anteile von Haniel an Metro durchgesetzt. Kurz danach fiel der Wert der Metro-Aktie um fast zwei Drittel. Derzeit steht der Kurs immer noch etwa 10 Euro unter dem damaligen Höchstkurs.
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