Am 1. November kommt der elektronische Personalausweis - mit Sicherheitschips der holländischen Firma NXP. Das Unternehmen, das die Funkchips in Hamburg entwickelt und produziert, erhält am Donnerstag als erster Hersteller den offiziellen Auftrag vom Bundesinnenministerium. Auch der Münchner Konkurrent Infineon ist sicher, dass er einen Teil des Auftrags, dessen genaues Volumen nicht bekannt ist, ergattern wird. "Wir gehen fest davon aus, einer der beiden Chipzulieferer zum Personalausweis zu sein", sagte der Leiter der Infineon-Chipkartensparte, Helmut Gassel, der FTD. Er betonte: "Die Gespräche zur Auftragsvergabe sind weit fortgeschritten."
Über einen Zeitraum von zehn Jahren werden in Deutschland rund 60 Millionen Personalausweise ausgestellt. Die Chips für den elektronischen Reisepass, den es bereits seit 2005 gibt, liefern beide Unternehmen. Der Sicherheitschip ist das Herzstück des elektronischen Personalausweises. Er speichert die schriftlichen Informationen auf dem Ausweis auch in digitaler Form. Mit ihm wird man sich erstmals im Internet sicher ausweisen können - so kann man Behördengänge, Verträge mit Banken oder der Versicherung einfach online abwickeln.
Viele Firmen testen das System bereits, darunter Fujitsu, die Allianz, Lotto Hamburg oder die Schufa. Auch für Internetplattformen wie Facebook oder Ebay wäre theoretisch denkbar, dass bei der Anmeldung in Zukunft jeder seine Identität nachweisen muss, um Betrügereien zu erschweren.
Damit niemand die Daten ausspähen kann, hatten das Bundesinnenministerium (BMI) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) strenge technische Anforderungen an die Sicherheit der Chips gestellt. Dass neben NXP auch Infineon diese Anforderungen erfüllt, hatte das BSI bereits im Juni bestätigt.
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