Die Medienbranche profitiert mehr und mehr von der Konjunkturerholung. Europas größter Fernsehkonzern RTL steigerte zum Jahresauftakt dank einer Erholung der TV-Werbemärkte den Gewinn um mehr als das Doppelte.
Der operative Ertrag (Ebita) habe im ersten Quartal um 126 Prozent auf 197 Millionen Euro zugelegt, teilte der Luxemburger Konzern am Donnerstag mit. Der Umsatz sei um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro geklettert.
Ergebnisse besser als 2009
Im Vergleich zum schwachen Vorjahresquartal seien die meisten Werbemärkte in Westeuropa deutlich gewachsen, ganz besonders Deutschland, Frankreich und Großbritannien, hieß es.
Vor einem Jahr waren die Werbespot-Buchungen wegen der Finanzkrise teilweise um mehr als zehn Prozent eingebrochen. RTL bestätigte zugleich seine Jahresprognose: Angesichts des Werbeaufschwungs sollen die Ergebnisse besser ausfallen als 2009.
2009 hatte die RTL-Group trotz eines Umsatzsatzrückgangs um sechs Prozent auf 5,4 Milliarden Euro den Überschuss dank massiver Einsparungen bei knapp 300 Millionen Euro gehalten. RTL ist der größte Gewinnbringer des Mutterkonzerns Bertelsmann, indirekt auch Eigner der FTD.
Auch der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 fasst nach zwei guten Quartalen zunehmend Mut. "Der derzeitige positive Trend am Werbemarkt lässt uns etwas optimistischer in das Jahr blicken als zum Jahresanfang. Inwieweit dieser Trend nachhaltig ist, lässt sich allerdings noch nicht absehen", sagte Chef des Münchner Senders, Thomas Ebeling. Es sei aber noch immer schwer abzuschätzen, wie sich die Konjunktur entwickeln werde. Gespart werde daher auch weiterhin.
Die Aktie von Pro Sieben Sat 1 notierte am Vormittag 0,3 Prozent niedriger als am Vortag.
RTL übertrifft Marktprognosen
"Es ist unser Ziel für das laufende Jahr, bei konstanten bis leicht reduzierten Kosten das Ergebnis weiter zu steigern." Damit gab das Unternehmen erstmals eine Prognose für 2010 Jahr ab.
2009 kehrte der RTL-Konkurrent trotz sinkender Erlöse dank eines strikten Sparprogramms zurück in die schwarzen Zahlen. Dabei fiel vor allem das Ergebnis im vierten Quartal stark aus.
Schon Ende April hatte das im MDax notierte Unternehmen seine wichtigsten Eckdaten mitgeteilt - der positive Trend hatte sich im Auftaktquartal fortgesetzt.
In den ersten drei Monaten erwirtschaftete die Sendergruppe einen Überschuss von 21,2 Millionen Euro und übertraf damit die Marktprognosen deutlich.
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