02.02.2010

Pkw-Verkäufe: Autokrise trifft nur Inlandsmarkt

Die Autobauer rechnen 2010 im Inland mit anhaltend schwierigen Zeiten
Die Autobauer rechnen 2010 im Inland mit anhaltend schwierigen Zeiten
© Getty Images
Die deutsche Automobilbranche kämpft mit den Nachwehen der Abwrackprämie: Neuzulassungen im Inland befinden sich auf einem Rekordtief. Die positiven Erwartungen in ausländische Wachstumsmärkte haben sich dagegen erfüllt.

Mit rund 181.500 Fahrzeugen sind die Neuzulassungen zu Jahresanfang auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung eingebrochen. Das teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) mit. Verglichen mit dem bereits schwachen Vorjahresmonat fuhren 4,2 Prozent weniger Neuwagen aus den Autohäusern. Gleichzeitig bestätigten die Januarzahlen der Branche jedoch die Wachstumserwartungen auf Auslandsmärkten.

Deutsche Hersteller setzten 2009 mit 264.500 Fahrzeugen 18 Prozent mehr im Ausland ab als vor einem Jahr, berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA). Im Januar übertrafen die Bestellungen aus dem Ausland das Ordervolumen vom Januar 2009 um 38 Prozent. Die Inlandsorder blieben hingegen um 16 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen zurück.

Experten warnen, es komme für die Branche auf dem Inlandsmarkt noch heftiger. Weil aus den Zeiten der Abwrackprämie noch einige Aufträge abzuarbeiten sind, sei der Rückgang der Neuzulassungen bisher vergleichsweise moderat ausgefallen. "Der erste Monat ist nicht dramatisch, weil die Krise im vergangenen Jahr erst angefangen hat. Das dicke Ende kommt erst", sagte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg.

Grafik: Für die exakten Daten bitte auf den jeweiligen blauen Punkt klicken. Quelle: VDA

Anfang 2009 hatte die Politik die Abwrackprämie ins Leben gerufen, die der Branche im vergangenen Jahr einen Absatzrekord von 3,81 Millionen Neuwagen bescherte. Wegen vorgezogener Käufe befürchten Experten für 2010 allerdings negative Spätfolgen der Umweltprämie. Hinzu kommt die Angst vor Arbeitslosigkeit, die viele Verbraucher vor größeren Anschaffungen wie der eines Autos zurückschrecken lasse. Der Wirtschaftserholung, die von Ökonomen und der Bundesregierung für dieses Jahr vorhergesagt wird, trauten viele nicht, sagte Dudenhöffer.

VW-Chef hofft auf Schwellenländer

Dank der verbesserten Nachfrage aus dem Ausland wurden in den deutschen Werken im Januar 362.700 Autos hergestellt - 17 Prozent mehr als Anfang 2009. VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte: "Dank des guten Starts könnte die Pkw-Produktion 2010 aufgrund der anziehenden Auslandsmärkte und wegen weiterer Marktanteilsgewinne trotz des schwächeren Inlandsgeschäfts mindestens Vorjahresniveau erreichen". 2009 waren in Deutschland nach früheren VDA-Angaben knapp 5 Millionen Personenwagen produziert worden, 10 Prozent weniger als 2008.

Die Autobauer selbst rechnen 2010 im Inland mit anhaltend schwierigen Zeiten. VW -Chef Martin Winterkorn hatte unlängst von einem harten Jahr für die Branche gesprochen. Europas größter Autobauer hatte wegen seines Angebots an Klein- und Kompaktwagen am stärksten von der Abwrackprämie profitiert. Die Hoffnungen vieler Hersteller richten sich darauf, dass die Nachfrage in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien nicht nachlässt.

Quelle: ftd
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