Der beginnende Aufschwung bringt die Deutsche Post in Fahrt. Der Bonner Konzern verzeichnete im ersten Quartal steigende Umsätze und Erträge und übertraf damit Markterwartungen.
Postchef Frank Appel bekräftigte am Dienstag trotz des zum 1. Juli fallenden Steuerprivilegs die Ziele für das laufende Jahr. Im Gesamtjahr erwartet der Brief- und Logistikkonzern nun ein operatives Ergebnis am oberen Ende der prognostizierten Spanne. Das erste Quartal habe bewiesen, dass die Post ihre Effizienz nachhaltig gesteigert habe, sagte Appel. Der Konzern sehe zudem "klare Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung". Vor allem in Asien habe sich das Wachstumstempo weiter beschleunigt.
Auch Konkurrenten wie UPS und FedEx profitieren von der wirtschaftlichen Erholung. Brief- und Logistikkonzerne gelten als Barometer für die Wirtschaftsentwicklung, da Lieferdienste ausgesprochen sensibel auf die Konjunkturentwicklung reagieren. Zieht die Wirtschaft an, schlägt sich dies umgehend in den Umsatzzahlen nieder.
Analystenerwartungen übertroffen
Der Umsatz der Post sei von Januar bis März um 4,4 Prozent auf 12,0 Milliarden Euro geklettert, teilte der Konzern in Bonn mit. Der operative Ertrag (Ebit) vor Einmaleffekten legte um 81,4 Millionen auf 556 Millionen Euro zu, der Überschuss auf 1,7 Milliarden Euro - ein Resultat auch aus der Einbeziehung von Optionen aus dem Postbank-Verkauf an die Deutsche Bank.
Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 11,777 Milliarden Euro gerechnet. Das Ebit vor Einmaleffekten hatten sie bei 452 Millionen Euro und den Überschuss nach Anteilen Dritter bei 1,5 Milliarden Euro erwartet.
644 Millionen Euro mehr Gewinn 2010
In ihrer kriselnden Briefsparte konnte die Post den Umsatzrückgang fast stoppen. Die Erlöse gaben nur noch leicht um 1,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro nach. Der operative Ertrag schrumpfte indes um 4,7 Prozent auf 388 Millionen Euro. Im Express- und Frachtgeschäft konnte der Konzern dagegen deutlich zulegen, Umsatz und Gewinn schossen hier in die Höhe. Im Gesamtjahr sollen beide Geschäftsfelder erstmals zu etwa gleichen Teilen zum Konzerngewinn beitragen.
Die Post präzisierte den Ausblick für das Gesamtjahr 2010: Das Ebit vor Einmaleffekten soll nach 1,47 Milliarden im vergangenen Jahr auf 1,6 Milliarden bis 1,9 Milliarden Euro zulegen - und werde wohl "am oberen Ende dieser Spanne" liegen. Der Konzerngewinn soll über den 644 Millionen Euro des Vorjahres liegen. 2011 solle sich die positive Ergebnisentwicklung dann fortsetzen.
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