Die mehr als 25 Millionen E-Mail-Kunden der Portale Web.de und GMX können ab sofort Briefe aus dem eigenen Postfach heraus schreiben und in Papierform zustellen lassen. Inklusive Druck, Kuvertierung und Porto kostet das Angebot 54 Cent und ist damit einen Cent günstiger als ein Standardbrief der Post.
Gleichzeitig startet die Telekom am Dienstag einen großflächigen Test des geplanten elektronischen Briefes De-Mail. Nach Abschluss eines Pilotprojekts in Friedrichshafen können jetzt 600.000 Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben die rechtsverbindliche E-Mail testen. Unterstützt wird die Telekom vom Bundesinnenministerium.
Die beiden Telekommunikationskonzerne konkurrieren mit ihren neuen Angeboten um denselben Markt wie die Post. Da deren Briefgeschäft seit Jahren durch den Versand von E-Mails unter Druck ist, bietet sie noch ab diesem Monat eine rechtssichere Form der elektronischen Post an. Der E-Postbrief ist das wichtigste strategische Projekt des Bonner Konzerns. Anders als bei einer E-Mail ist dabei die Identität von Absender und Empfänger durch eine vorherige Authentifizierung gesichert.
Für die ausgedruckte Variante des E-Postbriefs will die Post 39 Cent verlangen. Hinzu kommen die Kosten für Druck, Kuvertierung und Frankierung, sodass sich der Endpreis bei 55 Cent einpendeln dürfte. Details gibt die Post am Mittwoch kommender Woche bekannt. Anschließend startet sie eine breite Marketingkampagne, die dafür sorgen werde, dass der E-Postbrief "in aller Munde sein wird", kündigte das Unternehmen am Montag vollmundig an. In der Einladung zur Präsentation in Bonn gab die Post darüber hinaus bekannt, neben Geschäftskunden wie dem ADAC oder der Allianz jetzt auch den Softwarekonzern SAP für den E-Postbrief gewonnen zu haben.
Der physische Teil des Hybridbrief-Geschäfts von United Internet wird größtenteils an den Bonnern vorbei gehen. "Uns ist wichtig, dass ein Großteil unserer Hybridbriefe von alternativen Briefdiensten zugestellt wird", sagte Jan Oetjen, Vorstand der United-Internet-Tochter 1&1 und zuständig für das Portalgeschäft, der FTD. Oetjen arbeitet mit den beiden Postdienstleistern Direktexpress und Francotyp-Postalia zusammen. Sie bieten bereits Hybridbriefe an und lassen diese zumeist von alternativen Zustellern wie TNT und Briefdiensten der Verlage Georg von Holtzbrinck oder Madsack ausliefern. Diese haben sich mit anderen regionalen Postfirmen zur Mail Alliance vereinigt und treten nun bundesweit als Komplettanbieter auf.
Über seine E-Mail-Portale ebnet United Internet dem Onlinebriefversand einen Massenmarkt. "Wir zielen vor allem auf kleinere Firmen, Vereine und Privatkunden", so Oetjen. Bislang nutzen fast ausschließlich große Unternehmen digitale Postausgänge. Im Spätsommer will United Internet über die Marke 1&1 größere Geschäftskunden für das Angebot gewinnen.
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