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03.09.2010

Projekt "Anstoß3": Kühnes Profite mit der Not des HSV

Von: Erik Eggers
Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne gibt sich als HSV-Fan mit dickem Geldbeutel und eigenen Interessen
Zoom Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne gibt sich als HSV-Fan mit dickem Geldbeutel und eigenen Interessen
© Bloomberg
Der Hamburger Unternehmen liebt seinen Klub und wollte ihm gerne Geld geben. Wie groß seine Rendite sein sollte, enthüllen die Vertragsentwürfe zwischen ihm und der Vereinsführung.

Vor sieben Wochen malte Bernd Hoffmann die finanzielle Lage des Hamburger SV noch rosarot. Es lägen aktuell 44,6 Mio. Euro auf dem Klubkonto, ließ der HSV-Vorstandschef wissen, man befinde sich "in einer herausragenden wirtschaftlichen Verfassung". Das klang nach Festgeldkonto, Unabhängigkeit und spektakulären Spielertransfers. Die Realität sieht anders aus. "Unser Budget ist auf Kante genäht", sagte Hoffmann am Montag. "Der Westermann-Transfer wäre ohne Kühne nicht machbar gewesen." Die aktuelle Saison ohne Einnahmen im Europapokal engt die finanziellen Spielräume des Klubs offenbar ziemlich ein, zumal der Kader zu den teuersten der Liga zählt.

Kühne, das ist mittlerweile ein Reizwort in Hamburg. Fans und Mitglieder des HSV sind es inzwischen leid, über dieses Investorenmodell namens "Anstoß3" zu diskutieren, das dem HSV 15 Mio. Euro bringen sollte und das Hoffmann zunächst als "Sechser mit Zusatzzahl" pries. An sechs Profis ist der Logistikunternehmer und HSV-Fan Klaus-Michael Kühne inzwischen beteiligt. An ihnen hält Kühne nun 33,33 Prozent der Transferrechte.

In einem Vertragsentwurf standen noch mehr Spieler. Arne Friedrich und Rafinha etwa, aber auch weniger bekannte Profis. Etwa den 18-jährigen Kosovo-Schweizer Xherdan Shaqiri (FC Basel), den der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld als "Jahrzehnttalent" bezeichnet, dessen Verpflichtung aber in dieser Woche platzte. Die Liste tauchte im fertigen Vertragswerk allerdings nicht mehr auf.

Im Entwurf eines zweiten Vertrags mit Kühne wurde die Verpflichtung Michael Ballacks vorbereitet - dessen Gehalt, wie es in der Präambel heißt, der HSV "ohne externe Unterstützung nicht finanzieren" könne. Dieser Vertrag sah hierfür einen "Investitionszuschuss" in Höhe von 12,5 Mio. Euro vor, wovon 7,5 Mio. im Februar 2011 unverzinslich zurückgezahlt werden sollten. Diese Rückzahlungsklausel dementierte der HSV auf Anfrage. Ein HSV-Sprecher bestätigte indes, dass im Falle einer Verpflichtung Ballacks tatsächlich ein zweiter Vertrag mit Kühne unterschrieben werden sollte.

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