20.05.2010

Risiko zu hoch: Flint stoppt Börsengang

Von: Klaus Max Smolka
Der Druckfarbenkonzern hält das Risiko für einen Börsengang für zu hoch
Der Druckfarbenkonzern hält das Risiko für einen Börsengang für zu hoch
© reuters
Der Chemiekonzern Flint hat seinen geplanten Börsengang in Frankfurt auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund seien die Schwankungen an den Börsen, teilten mit den Plänen vertraute Kreise mit.

Das Unternehmen informierte seine Gläubigerbanken in den vergangenen Tagen über die Entscheidung. Flints Börsengang sollte einer der größten des Jahres werden und mit denen des Chemikalienhändlers Brenntag und des Kabelbetreibers Kabel Deutschland vom März ein positives Signal an den Markt geben. Darauf warten vor allem Finanzinvestoren, die nach Jahren der Börsenflaute Firmenbeteiligungen loswerden wollen. Flint gehört dem Investor CVC. Die Firma mit Sitz in Luxemburg ist der zweitgrößte Druckfarbenhersteller der Welt und macht gut 2 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Inzwischen haben aber die Schuldenkrise in Griechenland und die unsichere Haushaltslage anderer Länder die Märkte erschüttert. In solchen Zeiten hoher Schwankungen fordern Investoren höhere Abschläge auf die übliche Unternehmensbewertung. Diese Einbußen wolle CVC nicht hinnehmen, hieß es.

Flint hatte zu Jahresbeginn mit Banken einen Umschuldungsplan vereinbart, zu dessen Bestandteilen ein Börsengang und eine Kapitalerhöhung gehörten. Diese Vereinbarung kündigte die Firma in den vergangenen Tagen. Die Finanzierung steht aber auch so bis 2014. Wann der Konzern seine Börsenpläne nun umsetzen will, ist unklar. "Man rechnet aber nicht damit, dass sich an den hohen Marktschwankungen kurzfristig etwas ändert", sagte ein Insider. Deutsche Bank und Morgan Stanley behalten ihr Mandat, den Börsengang zu begleiten. CVC lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Geschäft mit Börsengängen hatte von Ende 2008 bis Anfang 2010 praktisch stillgestanden. Mit Brenntag und Kabel Deutschland geriet es wieder in Bewegung. Flint und weitere Kandidaten hatten die Hoffnungen von Beratern, Banken und Anwälten genährt, die am Kapitalmarktgeschäft verdienen.

Größer als Flint ist in der Druckfarbenbranche nur noch der japanische Anbieter DaiNippon/Sun. Dahinter folgen zwei weitere japanische Konkurrenten sowie die deutschen Unternehmen Siegwerk und Huber. Der frühere Frankfurter Druckfarbenhersteller Gebrüder Schmidt war vor Jahren schon von Flint gekauft worden. Kunden sind Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Katalog-, Werbebroschüren- und Verpackungshersteller.

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