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10.01.2011

Schleppender Verkauf: Joops Wunderkind muss abspecken

Modedesigner Wolfgang Joop mit Wunderkind-Artikeln
Zoom Modedesigner Wolfgang Joop mit Wunderkind-Artikeln
© ddp
Ein Wunder lässt noch auf sich warten: Das von Designer Wolfgang Joop gegründete Label muss sich neu aufstellen. Dazu gehören ein Umzug des Firmensitzes, eine neue Verkaufsstrategie und auch Entlassungen.

Das vom Potsdamer Designer Wolfgang Joop gegründete Modeunternehmen Wunderkind wird neu ausgerichtet. Es sei ein Prozess der Restrukturierung eingeleitet worden, sagte Wunderkind-Geschäftsführer Markus Hennig am Samstag. Der habe auch die Entlassung von Mitarbeitern zur Folge gehabt. Eine Zahl wollte Hennig nicht nennen. Er reagierte damit auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über eine neue Firmenstrategie weg vom "klassischen Fashion-System".

Künftig sollten Kollektionen nur noch in eigenen Boutiquen von Wunderkind verkauft werden, heißt es dort. Darauf hätten sich die Gesellschafter Wolfgang Joop und das Investorenehepaar Hans-Joachim und Gisa Sander geeinigt. Zwischen ihnen sei es zuletzt immer wieder zu Verstimmungen gekommen. Während Joop vereinbarte Investitionen angemahnt habe, sei es seinen Partnern vor allem auf Umsätze und Renditen angekommen.

Wegen des internen Streits werde es im Frühjahr voraussichtlich keine große Modeschau geben. Joop wolle sich künftig stärker auf seine künstlerische Arbeit konzentrieren, schreibt das Magazin. Der Firmensitz werde von Potsdam nach Berlin verlegt.

Derzeit erarbeiteten die Gesellschafter für das Modelabel gemeinsam ein neues Konzept, bestätigte Hennig. Der Aufbau der Marke, der während der vergangenen Jahre Vorrang gehabt habe, müsse "ertraglich noch besser umgesetzt werden". Gegenwärtig befinde man sich noch in einem Prozess des Aufbaus.

Der Geschäftsführer betonte, dass es auch in Zukunft die Marke Wunderkind geben werde. Für sie seien die vergangenen eineinhalb Jahre erfolgreich verlaufen. Weitere Details des "Spiegel"-Berichts wollte Hennig weder bestätigen noch dementieren.

Quelle: impulse.de
© 2011 dpa

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