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15.06.2010

Schuldenbilanz: Heidelberger Druck hat 2400 abgebaut

Maschinenbauer Heidelberger Druck
Maschinenbauer Heidelberger Druck
© dpa
Eine Kapitalerhöhung ist eines der beliebtesten Instrumente von Unternehmen, um Schulden abzubauen. Dessen will sich nun auch der Maschinenbauer bedienen. Rote Zahlen haben den Druckmaschinenhersteller zudem zum Abbau von Stellen getrieben.

Der kriselnde Maschinenbauer Heidelberger Druck will mit einer Kapitalerhöhung seine Schulden reduzieren und die Eigenkapitalstruktur verbessern. Die vom Vorstand vorgeschlagene Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre solle einen Bruttemissionserlös von 420 Millionen Euro einbringen, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit. Die Einnahmen sollten vor allem zur anteiligen Rückführung von drei Bankdarlehen aus dem Finanzrestrukturierungspaket vom vergangenen Sommer dienen, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier.

"Die beabsichtigte Kapitalerhöhung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Refinanzierungsplans", sagte Finanzchef Dirk Kaliebe. "Sie soll unsere Kapitalstruktur stabilisieren und uns in die Lage versetzen, die Anforderungen an ein Investment-Grade zu erfüllen." Beschlossen werden soll die Erhöhung von der Hauptversammlung Ende des Monats, durchgeführt werden noch in diesem Jahr. Die Großaktionäre Allianz und RWE unterstützten das Vorhaben, hieß es weiter. Die Allianz habe bereits signalisiert, ihre Bezugsrechte ausüben zu wollen.

Verlust trotz Stellenabbau

Heidelberger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.400 Stellen abgebaut und trotzdem den Verlust ausgeweitet. Der Umsatz sank um 23 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse sank von minus 49 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 130 Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstag zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März mitteilte. Ursache der Flaute sei die niedrige Investitionsbereitschaft der Druckereibetreiber, hieß es.

Auch im laufenden Jahr rechnet Heidelberger Druck mit Verlusten. Angesichts der schlechten Geschäftslage plane der Vorstand eine Kapitalerhöhung um rund 420 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen Schulden bezahlt und die Eigenkapitalstruktur verbessert werden. Die Hauptversammlung muss dem Plan am 29. Juli 2010 zustimmen. Eine Dividende für 2009/20010 soll ausfallen.

Im laufenden Jahr erwartet der Druckmaschinenhersteller, dass sich die Konjunktur der Printmedien weiter stabilisieren wird. Daher rechnet das Unternehmen mit einem leichten Umsatzwachstum. Im Jahr 2011/12 wird mit einem weiter steigenden Umsatz gerechnet. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen aber wegen hoher Finanzierungskosten nochmals einen deutlichen Verlust.

Dem Unternehmen macht seit Längerem zu schaffen, dass die Druckereien rund um den Globus sehr zurückhaltend mit ihren Investitionen sind. Im Frühjahr 2009 wurde es mit Staatshilfe vor dem Untergang gerettet. Um aus der Krise zu kommen, hatte sich Heidelberger Druck ein drastisches Sparprogramm inklusive Personalabbau verordnet.

Quelle: ftd.de
© 2010 reuters

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