BMW arbeitet derzeit am "Project i", einem Mobilitätskonzept für Großstädte ab 2013. Neben einem bereits beschlossenen Elektroauto denke man dabei auch über elektrische Zweiräder nach, bestätigte ein leitender BMW-Ingenieur.
Daimler ist noch weiter: Nach Informationen der Gruner udn Jahr Wirtschaftmedien wollen die Stuttgarter ihren E-Roller bereits Anfang Oktober auf dem Pariser Automobilsalon präsentieren. Bereits am Wochenende hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche bei einer Podiumsdiskussion in Hamburg die Entwicklung des Fahrzeugs bestätigt.
Die deutschen Autobauer suchen damit den Anschluss an neue Entwicklungen in der Branche. Weltweit arbeiten bereits alle großen Autobauer an Elektrorollern - darunter auch der Branchenführer Toyota. Peugeot etwa will bereits im Herbst einen E-Roller in Serie herstellen.
"Der Weltmarkt für Scooter ist riesig", sagte Andreas Knie, Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin. Zweiräder helfen nach seiner Ansicht, den Verkehrskollaps in stark wachsenden Großstädten zu verhindern. Bereits heute lebt einer Studie der Uno zufolge jeder zweite Mensch in einer Stadt.
Für die Elektromobilität bieten Zweiräder mehrere Vorteile: Sie sind leichter als ein Auto, was die Reichweite erhöht. Zudem sind sie günstiger und benötigen weniger Platz. "Mit einem elektrischen Motorrad wird man eher Kurzstrecken zurücklegen. Reichweiten von knapp 100 Kilometern sind schon realisierbar", sagte Achim Marten, Sprecher des Industrie-Verbands Motorrad.
BMW hatte bereits im vergangenen Jahr eine Elektroversion des überdachten Zweirads C1 vorgestellt, eine Serienproduktion aber zunächst verworfen. Mit Project i wagt das Unternehmen jetzt einen Neustart.
Jugendliche als Zielgruppe
Während BMW bei der Entwicklung sein Wissen aus der Motorradsparte nutzen kann, ist das Zweiradgeschäft für Daimler völlig neu. Der Elektroroller wird Konzernkreisen zufolge unter der Marke Smart produziert werden.
"Smart ist ein Mobilitätskonzept für die Stadt. Ein Roller wäre eine intelligente Ergänzung der Modellpalette", heißt es dazu aus dem Umfeld von Daimler. Zudem bietet ein solches Fahrzeug dem Autobauer die Chance, bereits 16-Jährige an die Marke zu binden.
Mit dem chinesischen Speicherspezialisten Build Your Dreams (BYD) oder dem kalifornischen Elektroautohersteller Tesla besitzt Daimler verschiedene Kooperationspartner, um die Batterie für den Roller zu beziehen. Tesla liefert derzeit auch die Batterien für den Elektro-Smart. BMW arbeitet bei der Speichertechnik mit SB Limotive zusammen, einem Joint Venture von Samsung und Bosch.
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