10.03.2010

Statistisches Bundesamt: Deutsche Exporteure erleiden herben Rückschlag

Im Januar exportierten die Deutschen 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr
Zoom Im Januar exportierten die Deutschen 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr
© Fotolia
Die Weltkonjunktur hat wieder an Schwung gewonnen, eine Erklärung für den unerwartet massiven Einbruch der deutschen Ausfuhren haben die Volkswirte aber nicht. Die Importe hingegen stiegen auf ein Rekordplus.

Unerwarteter Rückschlag für die deutschen Exporteure: Die Ausfuhren sanken im Januar so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Sie schrumpften um 6,3 Prozent im Vergleich zum Dezember, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Das war der größte Rückgang seit Januar 2009 mit 7,2 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Die Importe nahmen dagegen mit 6,0 Prozent so stark zu wie seit Juli 2008 nicht mehr. Ein Grund dafür sind höhere Ölpreise.

Stefan Bielmeier, Volkswirt der Deutschen Bank, glaubt an einen "Sondereffekt" bei den Ausfuhren. Andere Umfragen hätten "für eine Erholung der exportabhängigen Industrie gesprochen".

Ähnlich ratlos gab sich auch Simon Junker von der Commerzbank: "Ich bin überrascht, dass die Zahlen so schlecht sind." Das sei eine "Katastrophe". Er glaubt dennoch an ein starkes erstes Halbjahr. "Wir gehen davon aus, dass wir schon in den nächsten Monaten wieder Zuwächse beim Export bekommen."

Jürgen Michels von der Citigroup will die Ergbnisse für Februar und März abwarten: "Es sieht im Moment nicht danach aus, dass der Außenhandel die Konjunktur im ersten Quartal gestützt hat".

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 63,9 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 0,2 Prozent mehr als im Januar 2009. Während die Ausfuhren in die EU-Länder, dem mit Abstand größten deutschen Exportmarkt, um 1,1 Prozent zurückgingen, legten sie in die übrigen Staaten um 2,5 Prozent zu. Die Einfuhren sanken binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent auf 56,0 Milliarden Euro.

Im Krisenjahr 2009 hatten die erfolgsverwöhnten Exporteure den schwersten Rückschlag seit Gründung der Bundesrepublik erlitten. Der Umsatz brach um 18,4 Prozent auf 803,2 Milliarden Euro ein. In diesem Jahr rechnet der Branchenverband BGA mit einem Umsatzplus von bis zu zehn Prozent, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. Das vor der Krise erreichte Niveau werde aber nicht wider vor 2012 erreicht.

Quelle: ftd.de
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