Der Ort ist streng geheim. Auf Fotos muss ein Balken seine Augen verdecken. Das sind die Auflagen, die das Magazin Stern erfüllen muss. Sonst gibt es kein Interview. Heinrich Kieber hat allen Grund vorsichtig zu sein. Er lebt unter falscher Identität an einem unbekannten Ort - in einem Zeugenschutzprogramm. Liechtenstein hat ihn international zur Fahndung ausgeschrieben. 7 Millionen Euro wurden im Internet anonym auf seinen Kopf ausgesetzt. Das Fürstenhaus soll Angebote von Killern bekommen haben, ihn zu töten.
Doch Kieber fühlt sich einigermaßen sicher. Die Länder, in denen er sich aufhält, sagt er, hätten zugesagt, ihn nicht auszuliefern. Geheimdienste, darunter auch der Bundesnachrichtendienst (BND), hätten ihn geschult, beschützten ihn.
Heinrich Kieber ist der bekannteste Datendieb der Welt. Für 5 Millionen Euro verkaufte er 2007 an den deutschen Fiskus Kundendaten der fürstlichen LGT Treuhand, bei der er angestellt war. Darunter waren 700 deutsche Steuersünder.
Zum Gesicht der Affäre wurde Ex-Postchef Klaus Zumwinkel - nur einer von 46 PEPs, von Politisch Exponierten Personen, die auf der CD mit insgesamt 5828 Namen vermerkt waren. "Zu meiner Überraschung bislang der einzige PEP, dessen Fall zumindest teilweise öffentlich wurde", sagt Kieber.
Heute ist Kieber selbst Millionär. Neben den 5 Millionen Euro aus Deutschland, bekam er für seine Daten von zwölf weiteren Ländern Geld. Wie viel insgesamt, sagt er nicht. Aber es sei ihm nie um Geld gegangen, beteuert er. Sein Motiv für den Datendiebstahl soll ein ganz anderes gewesen sein. Was er dazu sagt, klingt wie eine Räuberpistole.
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