03.02.2010

"Strategie 2018": Wie VW an Toyota vorbeiziehen will

Bis 2018 will Volkswagen über zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen
Zoom Bis 2018 will Volkswagen über zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen
© Getty Images
Europas größter Autobauer verordnet sich ein Turbo-Wachstum. Bis 2018 wollen die Wolfsburger den japanischen Konkurrenten überholen und dabei die Rendite kräftig steigern. Helfen soll das Baukastenprinzip.

Volkswagen traut sich trotz Branchenkrise in den nächsten Jahren eine höhere Rendite und einen Absatz von zehn Millionen Autos zu. Der Wolfsburger Konzern gab am Dienstag mittelfristige Ziele bekannt. Demnach wollen die Niedersachsen im Automobilbau eine operative Umsatzrendite von mindestens fünf Prozent erzielen. Dabei seien die Auswirkungen durch die bis 2011 in Schritten geplante Übernahme von Porsche nicht berücksichtigt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres waren im Kerngeschäft gerade einmal 1,6 Prozent Redite zusammengekommen.

Bis 2018 will Volkswagen über zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen. Die Vorsteuerrendite des Konzerns soll dann bei über acht Prozent liegen. Bis dahin will VW Weltmarktführer Toyota vom Thron stoßen. 2009 lieferten die Niedersachen 6,29 Millionen Autos aus und fuhren damit den besten Absatz ihrer Geschichte ein. Toyota lag bei 7,8 Millionen Stück.

Konzernchef Martin Winterkorn hatte Belegschaft und Management bereits vor längerem auf die "Strategie 2018" eingeschworen. Sie sieht vor, dass Volkswagen die Produktion in den kommenden Jahren erhöht und mit Toyota um die Rentabilität wetteifert.

Die Konzernspitze will Investoren am Mittwoch in London über die Strategie informieren. Winterkorn und Finanzchef Hans Dieter Pötsch wollen erstmals seit dem Einstieg beim japanischen Kleinwagenbauer Suzuki ihre Ziele erläutern. Europas größter Autokonzern plant für die erste Jahreshälfte eine Kapitalerhöhung, um die Übernahme von Porsche zu finanzieren. Auch dazu erhoffen sich Analysten Informationen.

Toyota schwächelt derzeit wegen des durch mangelhafte Gaspedale in den USA und Europa verursachten Massenrückrufs. Die schwierige Lage wollen Konkurrenten wie Volkswagen durch verstärkte Werbung für sich ausnutzen. Die Japaner wollten ursprünglich 2010 rund 8,3 Millionen Autos absetzen. Das wären sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Experten bezweifeln aber, ob diese Ziele angesichts des Qualitäts-Desasters noch erreichbar sind.

Zur "Strategie 2018" gehören auch weitere Einsparungen und eine Ausweitung des so genannten Baukastenprinzips. VW hat viele Teile und ganze Baugruppen quer durch den Konzern vereinheitlicht. So werden Kosten für Konstruktion und Einkauf gespart. Außerdem können schnell neue Modelle aus vorhandenen so genannten Modulen auf den Markt geworfen werden.

Wie VW ins neue Jahr gestartet ist

Außerdem will Volkswagen die Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe vorantreiben. Die Sachinvestitionsquote in soll auch mittel- bis langfristig bei rund sechs Prozent vom Umsatz bleiben. Darunter versteht man den Zukauf von Maschinen, Gebäuden und Grundstücken.

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr die Hälfte des Sportwagengeschäfts von Porsche übernommen und will 2011 mit der Porsche Automobil Holding SE verschmelzen, die ihrerseits mit knapp 51 Prozent an dem Wolfsburger Konzern beteiligt ist. VW hatte sich im Dezember zudem mit 20 Prozent an Suzuki beteiligt. Ferner plant der Konzern eine Allianz aus den Lkw-Bauern Scania und MAN, an denen Volkswagen bereits maßgeblich beteiligt ist.

Im Gegensatz zur Konkurrenz sind die Wolfsburger auf dem Heimatmarkt auch gut ins neue Jahr gestartet. Die Marke VW konnte im Januar ein Absatzplus von knapp elf Prozent verbuchen und erreichte damit einen Marktanteil von 23,3 Prozent, teilte das Kraftfahrt- Bundesamt mit. Insgesamt wurden im Januar rund 181.200 Autos neu zugelassen, das waren 4,3 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Quelle: ftd.de
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