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20.08.2010

Streit um Spielerkäufe: Investor Kühne will beim HSV mitreden

Von: Martin Sonnleitner
Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne gibt sich als HSV-Fan mit dickem Geldbeutel und eigenen Interessen
Zoom Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne gibt sich als HSV-Fan mit dickem Geldbeutel und eigenen Interessen
© Bloomberg
Der Hamburger Sportverein bekommt von dem Logistikunternehmer Geld für neue Spieler und hat jetzt den Salat: Der Mann will mitbestimmen. Dabei geht es um vergleichsweise geringe 15 Mio. Euro.

Zweifel plagten die prinzipiell skeptischen Fans des HSV schon länger. Nachdem der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mit seinem Investorenprojekt Anstoß 3 beim Hamburger Traditionsklub unter einigem Getöse im Sommer eingestiegen war, warnten sie, ein externer Geldgeber könnte nun Einfluss auf die Vereinspolitik nehmen, und zwar schlechten.

"Das Heft des Handelns", beschwichtigte Klubboss Bernd Hoffmann jedoch, "hat immer der HSV in der Hand." Wie man's nimmt. Jetzt, unmittelbar vor Saisonbeginn, scheint Investor Kühne die zahlreichen Kritiker des Großdeals zu bestätigen: Er beschwerte sich im lokalen "Abendblatt" über die Transferpolitik des Klubs. Und löst damit erneut Diskussionen darüber aus, ob es eine gute Idee ist, Leute wie ihn am Spielerkapital zu beteiligen.

Es war keine dezente Kritik: Kühne holte lautstark zum großen Rundumschlag aus und bescherte dem HSV mit seinem notorisch nervösen Umfeld ein veritables Sommertheater. Es geht vor allem um 7,5 Mio. Euro, die Kühne in potenzielle Neuzugänge stecken soll. Diese Spieler gefallen ihm nicht - was die Frage aufwirft, ob ihn das etwas angehen darf. Dem Spediteur seien bei den Neuzugängen Heiko Westermann, Gojko Kacar, Lennard Sowah und Dennis Diekmeier ein Drittel der Transfersumme zugesichert worden, heißt es.

Kühne polterte: "Es kommt darauf an, an welchen neuen Spielern ich mich schlussendlich beteiligen werde. Das ist zurzeit offen, weil nicht alles so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe." Der 73-Jährige ist bereits - mit ebenfalls 7,5 Mio. Euro Einsatz - mit je einem Drittel an den Transferrechten der HSV-Stars Paolo Guerrero, Marcell Jansen und Dennis Aogo beteiligt.

Auch wenn sowohl Hoffmann als auch Kühne betonen, das Geschäft bedeute keine Einmischung ins operative Geschäft, kritisiert der Investor nun die bisherigen Königstransfers Westermann (Ablöse: 7,5 Mio. Euro) und Kacar (5,5 Mio.): "Ich bin unverändert der Meinung, dass dem HSV ein hochklassiger Mittelfeldspieler und womöglich auch ein erstklassiger Stürmer fehlt. Hierfür würde ich eher Mittel einsetzen als für Westermann und Kacar." Was genau Kühne an den beiden stört, sagt er nicht. Wen er lieber verpflichtet hätte, auch nicht. Für richtig hochklassige Stars reicht das Geld beim HSV aber nicht - und Kühnes Zugabe schon lange nicht.

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