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15.06.2010

Superschneller Mobilfunk: Telekom startet neue Funktechnik

Von: Arndt Ohler, Bonn
Dank des neuen Übertragungsstandards LTE soll schneller Mobilfunk bald auch in Feld und Flur möglich sein
Dank des neuen Übertragungsstandards LTE soll schneller Mobilfunk bald auch in Feld und Flur möglich sein
© FTD-Illustration/Klaas Neumann
Die Deutsche Telekom startet im Juli mit dem Aufbau von Masten für den kommenden Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE). Die ersten Basisstationen des superschnellen Mobilfunks sollen in den Städten Kyritz und Ziesar in Brandenburg aufgebaut werden.

Bis Jahresende wollen die Bonner mehr als 500 Orte mit LTE versorgen. "Wir haben vor wenigen Wochen neue Frequenzen ersteigert. Nun starten wir die Nutzung mit einem bundesweiten Netzaufbau", teilte Telekom-Chef René Obermann mit.

Der Start in kleinen, abgelegenen Städten ist nicht freiwillig. Die Bundesnetzagentur hatte bei der Mobilfunkfrequenzversteigerung vor wenigen Wochen zur Auflage gemacht, dass die nun für LTE verwendeten Frequenzen in erster Linie zur Abdeckung von sogenannten weißen Flecken verwendet werden müssen. Damit sind Regionen gemeint, die weder über herkömmliche Kabelverbindungen noch drahtlos über einen schnellen Internetzugang verfügen. Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, dass bereits bis Ende dieses Jahres alle weißen Flecken beseitigt sein sollen.

Bis die Telekom zusätzliche Umsätze mit LTE verbuchen kann, werden einige Monate vergehen. Der Konzern erwartet, dass erst Anfang 2011 Modems wie etwa USB-Sticks für PCs auf den Markt kommen, die den neuen Standard beherrschen. Das Mobilfunkunternehmen TeliaSonera prognostiziert, dass Handys, die LTE nutzen können, in der zweiten Jahreshälfte 2011 auf den Markt kommen.

Die Telekom-Unternehmen erhoffen sich durch LTE den endgültigen Durchbruch für das mobile Internet. Nur wenn sich der mobile Datenfunk zu einem Massenmarkt entwickelt, können die Mobilfunkfirmen die stagnierenden oder sogar fallenden Umsätze in der herkömmlichen Sprachtelefonie kompensieren.

Das Beispiel des Anbieters TeliaSonera zeigt, dass Kunden bislang bereit sind, für die schnellen Funkverbindungen mehr zu zahlen als für den üblichen Standard UMTS. So verlangt das Unternehmen von seinen Kunden monatlich umgerechnet 31 Euro mehr für LTE. Weltweit haben mehr als 60 Mobilfunkbetreiber den Start von LTE angekündigt. Die Technik bietet schnellere Reaktionszeiten, höhere Geschwindigkeit und mehr Kapazität. Durch LTE soll so die Übertragung von hochauflösenden Inhalten auf Handys deutlich einfacher werden.

Ebenso sollen sich datenintensive Dienste wie etwa komplexe Onlinespiele über LTE auf Multifunktionshandys verwirklichen lassen. Die höheren Kapazitäten des neuen Funks sollen den Mobilfunkbetreibern helfen, die rasant steigenden Datenmengen besser zu bewältigen.

In Metropolen wie New York oder London leiden die Netze unter der Last der vielen Smartphones. Anbieter wie AT&T in den USA und O2 in Großbritannien haben daher vor wenigen Tagen angekündigt, Mobilfunktarife einzuführen, bei denen Kunden nur noch eine festgelegte Datenmenge verbrauchen können. Darüber hinaus müssen Zusatzpakete gekauft werden. Damit ist das Ende der beliebten Daten-Festpreisangebote eingeläutet.

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