In Deutschland muss Alan Atkisson seine Vorstellung vom nachhaltigen Konsum immer besonders erklären. "Es geht nicht um Einschnitte und Entbehrungen", ruft der schwedisch-amerikanische Unternehmer in den Saal, "wir verkaufen Fröhlichkeit und Wohlbefinden." Atkisson, Gründer und Vorstandschef der auf Nachhaltigkeit spezialisierten AtKisson Group, ist nicht nur für seine Rede von Stockholm nach Köln geflogen. Er will Geschäftschancen ausloten.
Verkaufen, Geld verdienen, neue Märkte erobern, das alles spielte bislang nur eine untergeordnete Rolle, wenn es um die grüne Zukunft ging. Doch je wichtiger es für Konsumenten wird, nicht nur "Verbraucher" von kostbaren Ressourcen zu sein, desto stärker wächst der Markt für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Wenn es nach den Vereinten Nationen geht, dann sollen Gründer und Unternehmer vom neuen Trend kräftig profitieren.
"Wir wollen Geschäftsmodelle finden, die Ernährung, Mobilität, Bauen und Wohnen zukunftsfähig machen", sagt Michael Kuhndt. Der Leiter des Wuppertaler UN-Instituts für nachhaltigen Konsum beschäftigt sich auch im Auftrag von Unternehmen mit den neuen Trends. "Der bewusste Konsument wandelt sich vom passiven Kunden zum Mitgestalter", sagt Kuhndt. "Das verändert auf beinahe subversive Weise die Wirtschaft."
Genau wie der Unternehmer Atkisson glaubt auch der Wissenschaftler Kuhndt, dass "Nachhaltigkeit nicht auf Kosten von Lebensqualität erreicht werden kann." Er hofft auf eine Wechselwirkung von Lebensstilen und Unternehmertum - und stößt nach Finanzkrise und Fukushima auf ein so nie gekanntes Interesse in der Welt der Wirtschaft.
Quelle: impulse
© 2011 impulse.de
Was die Leser sagen
Ihre Meinung
Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück





















