Steht ein Rückruf an, arbeiten Hersteller und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eng zusammen, eben jene Dienstelle, die Verfehlungen im Straßenverkehr mit Punkten bestraft. "Eine Rückrufaktion ist etwas ganz Normales", sagt ein Sprecher FTD.de. Federführend sei der Hersteller. Die Behörde unterstütze ihn und überprüfe, dass die Aktion ihr Ziel erreicht - die Autobesitzer also ihre Wagen reparieren lassen.
Mehrere Wege führen zu einem Rückruf, der bei gefährlichen Mängeln vorgeschrieben ist. Entweder die Beamten sprechen aufgrund aktueller Informationen - etwa aus der Presse - das Unternehmen an, oder der Autohersteller wendet sich ans KBA und bittet um Unterstützung.
Zahlen muss auf jeden Fall das Unternehmen
Hilfe brauchen Firmen wie Toyota vor allem deshalb, weil sie gar nicht alle relevanten Daten für einen Rückruf haben. Wem gehören die Fahrzeuge jetzt, und wo wohnen diese Menschen? Über diese Daten verfügen die Flensburger Beamten.
Angeschrieben werden die Autobesitzer entweder vom KBA oder vom Hersteller. Aber egal, wer die Briefe verschickt - zahlen muss auf jeden Fall das Unternehmen. Es bekomme gegen Ende der Aktion eine Rechnung vom KBA, sagte der Sprecher, nannte aber keine Details zu Kosten. Im Falle Toyota waren diese am Montag auch noch nicht absehbar.
Sicherheitsüberprüfung läuft
Rückrufaktionen bei Autos betreffen sicherheitsrelevante Bauteile wie Lenkung, Bremsanlage, Fahrwerk, Motor, Airbags oder Sicherheitsgurte. Die juristische Grundlage ist das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, das im Mai 2004 die europäische Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit in Deutschland in nationales Recht umsetzte. Das Gesetz verlangt, dass bei gesundheitsgefährdenden Produktionsfehlern die Behörden informiert werden müssen.
Im Fall des bevorstehenden Toyota-Rückrufs läuft derzeit eine Sicherheitsüberprüfung. Techniker der Behörde untersuchen, ob durch klemmende Gaspedale die Fahrzeugsicherheit gefährdet ist. Sprich: Lässt sich ein Auto mit einem verklemmtem Pedal noch stoppen?
Toyota habe dem Amt die betroffenen Modelle genannt, sagte der Sprecher. Für die Rückrufaktion fehlen aber noch die betroffenen Fahrgestellnummern. Diese müsse das Unternehmen nachliefern.
Toyota-Besitzer, die angeschrieben werden, sollten den Rückruf ernst nehmen: Denn in einer Nachfass-Aktion werde überprüft, ob sie mit ihren Autos in der Werkstatt waren. Wenn nicht, könne die Behörde das Fahrzeug stilllegen lassen.
Unabhängig von Rückrufaktionen, die die Hersteller aufgrund der Gesetzeslage initiieren müssen, beheben die Firmen kleinere Mängel kostenfrei bei Inspektionen in Vertragswerkstätten. Das nennt man "stille" Rückrufe, weil sie meist abseits der Berichterstattung in den Medien stattfinden und keine offzielle Massenbenachrichtigung nötig ist.
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