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30.11.2010

Übernahme: ACS erhält Okay für Hochtief-Kauf

Hochtief ist eigenen Angaben zufolge der siebtgrößte Baudienstleister weltweit
Zoom Hochtief ist eigenen Angaben zufolge der siebtgrößte Baudienstleister weltweit
© ddp
Die BaFin genehmigt das Übernahmeangebot für den größten deutschen Baukonzern. Damit endet ein langer Kampf gegen das spanische Großunternehmen. Der Betriebsrat ist verzweifelt.

Hochtief wird seine Selbstständigkeit voraussichtlich verlieren. Die deutsche Wertpapieraufsicht BaFin hat das Übernahmeangebot des spanischen Baukonzerns ACS für den Konzern am Montag abgesegnet. Das erfuhr die Financial Times Deutschland aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. "Wir sind weiter zuversichtlich, dass wir das Angebot noch im Laufe dieser Woche veröffentlichen können", hatte eine Sprecherin am Nachmittag für diesen Fall angekündigt.

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter kann den Abwehrkampf gegen die Übernahme damit kaum noch gewinnen. Seine Zukunft ist nach der verbissen geführten Verteidigung offen. ACS wird das Angebot nach eigenen Angaben bis Ende Januar umsetzen und ist dann frei, nach und nach über die Börse die Mehrheit bei Hochtief zu übernehmen und den deutschen Konzern in seine Bilanz einzubeziehen.

Die Verhandlungen zwischen den Wertpapieraufsehern und den ACS-Vertretern zogen sich am Montag bis in die Abendstunden. Die BaFin hatte zunächst Zweifel, ob die Finanzierung des Angebots vollständig gesichert sei, doch konnte ACS diese Zweifel offenbar ausräumen.

Unterdessen verfehlte Hochtief auch sein Ziel, den ACS-Vorstoß durch einen Umweg über Australien zu stoppen. Die zweite Instanz der australischen Übernahmekommission verwarf einen Antrag des deutschen Baukonzerns, ACS zu einem zusätzlichen Angebot für die Hochtief-Beteiligung Leighton zu verpflichten. Damit wäre der Deal für die Spanier wahrscheinlich unerschwinglich geworden.

ACS, so hatte Hochtief argumentiert, ziele eigentlich darauf ab, Hochtiefs Leighton-Beteiligung von 54,5 Prozent unter Kontrolle zu bekommen. Dafür gebe es keine ausreichenden Beweise, winkten die Mitglieder der dreiköpfigen Kommission jedoch ab. "Hochtief verfügt über weitere substanzielle Geschäftsaktivitäten in Westeuropa und Nordamerika", heißt es in der Begründung. Außerdem habe ACS zugesichert, Leighton weiterhin weitgehend eigenständig zu belassen.

Der Chef des Hochtief-Konzernbetriebsrats, Siegfried Müller, beklagte am Montag in Berlin mangelnde politische Unterstützung. "Die Regierung lässt uns im Moment absolut im Stich", sagte er. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel seien offenbar die Interessen von "zehn Bankern in Nadelstreifen wichtiger als zehntausend Arbeiter in Blaumännern", warf er der Regierungschefin vor.

Quelle: ftd.de
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