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22.02.2012

Übernahme von Casacanda: US-Startups jagen deutsche Nachahmer

Von: Teresa Goebbels
Kopien made in Germany
Zoom Kopien made in Germany
© FTD-Grafik/Sophia Klipstein
Amerikanische Gründer schlucken Firmen, die sie kopieren, immer schneller. Der Kauf von Nachahmern beschleunigt die Epansion der IT-Betriebe in Europa.

Amerikanische Startups ziehen bei der Expansion das Tempo an. Das in den USA viel beachtete Unternehmen Fab hat den deutschen Nachahmer Casacanda übernommen - nicht einmal acht Monate nach dessen Gründung, teilten die Unternehmen gestern mit. Die Plattform bietet Mitgliedern den Kauf von Designmöbeln zu reduzierten Preisen an.

Dass US-Internetstartups ihre europäischen und besonders deutschen Klone übernehmen, ist nicht neu. Früher dauerte es bis zu diesem Schritt jedoch Monate bis Jahre. Ebay etwa kaufte fast vier Jahre nach der Gründung den deutschen Klon Alando, den die Brüder Oliver, Alexander und Marc Samwer ins Leben gerufen hatten. Airbnb, ein Portal auf dem man seine Wohnung als Hotelalternative vermieten kann, ließ sich fast drei Jahre Zeit, bis es den deutschen Nachahmer Accoleo übernahm. Das Schnäppchenportal Groupon wartete mit der Übernahme der Samwer-Firma Citydeal eineinhalb Jahre.

"Deutschland hat sich den Ruf erarbeitet, die besten Kopien zu machen"

Die deutsche Nachahmerszene setzt die Amerikaner unter Druck. "Amerikanische Startups müssen schnell im eigenen Markt Marktführer werden und dann sehr schnell eine schlüssige Strategie für den globalen Rollout haben", sagte Klaus Hommels, der als Gründer des Inkubators Springstar auch in Casacanda investiert hat, der impulse-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland (FTD). Inkubatoren sind gewissermaßen ein Brutkasten für junge Unternehmen. "Deutschland hat sich den Ruf erarbeitet, die besten Kopien zu machen", sagte Cornelius Boersch, Partner beim Investor Mountain Partners. Tatsächlich sind deutsche Internetunternehmer vor allem dank der Samwer-Brüder berüchtigt dafür, die Geschäftsmodelle amerikanischer Kollegen abzukupfern - meist in der Hoffnung, irgendwann an das US-Original verkaufen zu können.

Anfangs wurden solche Klone ausschließlich als lästige Nachahmer kritisiert - und auch bekämpft. Allmählich wandelt sich dieses Bild jedoch - auch dank der Aufmerksamkeit, die US-Investoren und Unternehmer inzwischen auf Startups hierzulande richten. "Den Amerikanern fehlt nicht das Selbstvertrauen für die Expansion. Aber mittlerweile denken die auch: Bevor wir den Vertrieb mühsam selbst aufbauen - geben wir ihn doch den Samwers", sagte Boersch.

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