Fast ein Viertel der Mittelständler rechnet mit einem Stellenabbau im kommenden Jahr, nur neun Prozent wollen neu einstellen, zeigt das am Mittwoch veröffentlichte Deutsche Mittelstand-Barometer (DMB) - eine Umfrage unter rund 2300 kleineren und mittleren Firmen. Als dringendste Probleme wurden Bürokratie und Regulierung sowie eine hohe Steuer- und Abgabenbelastung genannt. Auch das schlechte Konjunkturklima trübt die Stimmung im Mittelstand deutlich.
Einem Großteil der Unternehmer ist die Freude am ihrer Arbeit mittlerweile abhandengekommen: Vier von fünf Befragten würden nicht mehr Unternehmer werden wollen, stünden sie heute noch einmal vor der Wahl - viermal so viele wie noch vor zwei Jahren.
Zudem wollen immer weniger Unternehmer potenziellen Nachfolgern aus der Familie zur Weiterführung des Betriebes raten - die Bereitschaft zum Verkauf ist folglich deutlich gestiegen. "Der Spaß am Unternehmertum und damit die Grundlage für den Aufbau und den Erhalt eines Unternehmens ist verloren gegangen. Deutschland gehen die Unternehmer aus", sagte Professor Michael Lingenfelder von der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft (FMW) der Philipps-Universität Marburg.
Die Autoren des DMB, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und die FMW, fordern daher eine steuerliche Entlastung der Betriebe. Die beste Lösung sei hier eine steuerliche Freistellung aller im Betrieb verbleibenden Gewinne, sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven. Um Liquiditätsengpässe zu überbrücken sei es zudem denkbar, dass der Staat Unternehmen die Steuern in Form eines Kredites stunde.
Quelle: Reuters
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