Laut BDI-Mittelstandspanel haben die Unternehmen auf einen Beschäftigungsabbau verzichtet, um vor dem Aufschwung ihre Fachkräfte nicht zu verlieren. Dies gehe jedoch zulasten von Liquidität und Reserven: So musste fast jedes dritte mittelständische Industrieunternehmen zur Bewältigung der Krise sein privates finanzielles Engagement erhöhen.
Der Einbruch, den die mittelständischen Industrieunternehmen hätten verkraften müssen, zeige sich deutlich an der Umsatzentwicklung des ersten Halbjahres 2009: Zwei von drei Unternehmen mussten demnach Umsatzrückgänge hinnehmen, jedes Dritte sogar von mehr als 20 %, hieß es weiter.
Insgesamt zeige sich der industrielle Mittelstand in seiner Einschätzung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wieder optimistischer. Der Koalitionsvertrag und die ersten Schritte stärkten das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung, sagte der Vorsitzende des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses, Arndt Kirchhoff. Die Reihenfolge, in der die Regierung die Aufgaben angehe, stimme. "Erst die Krisenbewältigung und dann die Strukturreformen für nachhaltiges Wachstum", sagte Kirchhoff.
Als wichtigste politische Aufgaben für die nächste Legislaturperiode betrachtet die mittelständische Industrie nach wie vor den Bürokratieabbau (90 %), die Senkung der Lohnzusatzkosten (87 %), die Stärkung von Bildung und Ausbildung (82 %) und die Reform der Einkommensteuer (79 %). Die Sicherung der Unternehmensfinanzierung rangiert mit knapp 70% im oberen Mittelfeld. Über 60 % betrachten die Förderung von Forschung und Entwicklung als wichtiges politisches Handlungsfeld.
Der Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank, Kurt Demmer, bekräftigte, die Gefahr einer Kreditklemme sei keineswegs gebannt. Denn mit sich belebender Investitionstätigkeit und verstärktem Lageraufbau werde die Kreditnachfrage wieder zunehmen, während das Kreditangebot vorerst eingeengt bleibe. Vor diesem Hintergrund sei es von entscheidender Bedeutung, die Verbriefungsmärkte wieder in Gang zu setzen, allerdings mit hohen Qualitätsstandards.
Das BDI-Mittelstandspanel wird im Auftrag von BDI, Ernst & Young und der IKB vom Institut für Mittelstandsforschung seit 2005 erhoben. An der zehnten Erhebungswelle der Online-Befragung haben sich in der Zeit vom 1. September bis 30. November knapp 1.500 Unternehmen beteiligt.
Quelle: ftd.de
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