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Serie: Deutschlands Unternehmerkinder

Sie sind wohlhabend, ehrgeizig, wertkonservativ und stehen unter einem enormen Druck. In wenigen Jahren werden sie die Macht in Deutschlands Unternehmen übernehmen, und damit Wirtschaft und Gesellschaft prägen wie kaum eine andere Gruppe: Deutschlands Unternehmerkinder.


05.10.2010

Unternehmerkinder: Generation 100 Prozent

Von: Nikolaus Förster und Antonia Götsch

Zoom 
© Martin Leissl
Sie könnten sich zurücklehnen und vom Geld ihrer Eltern leben, aber sie wollen es allen zeigen. Wer sind die Erben, die bald Deutschlands Familienunternehmen kontrollieren? Eine exklusive impulse-Studie zeigt, was die Nachfolger umtreibt. Porträt einer ehrgeizigen Generation.

Wir sind arm wie eine Kirchenmaus." Immer wieder hört sie diesen Satz, vom Vater, von der Mutter. Irgendwann dämmert ihr, dass das nicht stimmen kann. Doch die volle Wahrheit erfährt Julia-Carolin Schmid erst mit 18 – beim Notar, als die Eltern ihr und ihren zwei Geschwistern Firmenanteile schenken. "Das war der Moment, als alles auf den Tisch kam", erinnert sich die Stuttgarterin heute, sechs Jahre später. Mit einem Mal wird ihr klar: Ihre Familie ist reich, sehr reich. Ihre Eltern – aus der Linie der Schmids und der Zaisers – sind Gesellschafter der R. Stahl AG, eines der wenigen großen, börsennotierten Familienunternehmen Deutschlands, Hersteller von Explosionsschutz, mit 1400 Mitarbeitern weltweit und mehr als 200 Mio. Euro Umsatz im Krisenjahr 2009. In ihrem Haus am Hang, mit Swimmingpool und Blick ins Tal, leben sie nicht zur Miete, wie die Eltern immer behauptet haben. Natürlich nicht. Und auch der VW Sharan, der auf der Straße vor der Garage steht, ist reines Understatement.

"Pampersbomber" nennt die Tochter den Wagen abfällig, sie selbst fährt einen Polo. Den Traum von einem Alfa Romeo Spider wollte ihr der Vater nicht erfüllen. Zu teuer, zu protzig. Gerold Schmid wurde mit Chauffeur und Dienstmädchen groß; sein Vater war Generaldirektor bei Krupp in Essen. Aus vielen seiner damaligen Freunde, die sich in den Kreisen der Ruhrbarone bewegten, sei nichts geworden, sagt der Vater. "Denen ging es zu gut, um einen Anreiz zu haben." Das war ihm eine Lehre. Seine Kinder sollten normal aufwachsen, lernen, sich selbst durchzuschlagen.

impulse stellt die nächste Generation vor

 

Es ist die große Herausforderung für die Generation, die in Deutschlands Unternehmerfamilien aufwächst: Sie soll das Erbe ihrer Eltern bewahren und doch den Ansporn haben, ein eigenes Vermögen aufzubauen. Sie soll jahrzehnte-, zum Teil jahrhundertealte Traditionen weiterführen und sich doch einen eigenen Namen machen. In wenigen Jahren werden sie die Macht in Deutschlands Unternehmen übernehmen und damit Wirtschaft und Gesellschaft prägen wie kaum eine andere Gruppe: Deutschlands Unternehmerkinder.

Wer sind diese meist von der Öffentlichkeit abgeschotteten jungen Männer und Frauen, die Macht, Privilegien und Vermögen erben? Oft auch einen großen Namen. Lust und Last zugleich.

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