Der Unternehmer und Milliardär Theo Albrecht ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 88 Jahren in seinem Geburtsort Essen. Das teilte Aldi am Mittwoch in einer Erklärung der Unternehmensgruppe Nord mit. "Aldi trauert um einen Menschen, der gegenüber seinen Geschäftspartnern und Mitarbeitern bescheiden auftrat und sie immer mit großem Respekt behandelte."
Albrecht wurde laut Friedhofsamt bereits auf dem Essener Friedhof Bredeney beigesetzt. "Spiegel-Online" hatte zuvor berichtet, der 88-Jährige sei am Samstag im Krankenhaus gestorben. Die Beisetzung des medienscheuen Multi-Milliardärs sei am Mittwoch im engsten Familienkreis erfolgt. Im Sommer vergangenen Jahres habe er nach einem Sturz mehrere Wochen im Alfried-Krupp-Krankenhaus in seiner Heimatstadt Essen verbracht, sich aber nicht von den Folgen erholt und sei zuletzt ein Pflegefall gewesen.
1971 wurde er entführt und nach 17 Tagen gegen Lösegeld von 7 Mio. Mark freigelassen. Die Täter wurden gefasst und 1973 verurteilt. In der Folge schirmte er sein privates und berufliches Leben von der Öffentlichkeit ab.
Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Karl baute er die beliebte Discountkette auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Theo zusammen mit seinem Bruder Karl den mütterlichen Laden in Essen übernommen. In der Folge forcierte das Unternehmer-Gespann eine Vertriebsform, die später unter dem Schlagwort Discount berühmt wurde.
Charakteristisch für das straff geführte Sortiment war der Verzicht auf Dekoration, Werbung und aufwendige Ladeneinrichtung. Später expandierten sie kräftig. 1960, im Jahr der Aufteilung in Aldi Nord und Aldi Süd, waren es bereits 300 Läden mit einem Umsatz von 90 Mio. Mark. Theo übernahm Nord, Karl den südlichen Teil.
Als Unternehmensgründer und Pionier im Discounthandel habe Albrecht jahrzehntelang die Geschicke der Unternehmensgruppe geprägt und eine Unternehmensphilosophie auf Basis klassischer Kaufmannswerte entwickelt, teilte das Unternehmen mit. Auf Albrecht seien tiefgreifende Innovationen im deutschen Einzelhandel zurückzuführen.
Albrecht habe seit Beginn seines unternehmerischen Handelns auf "uneingeschränkte finanzielle Solidität" gesetzt. "Aus diesem Grund hat die Unternehmensgruppe Aldi Nord bis heute keinerlei Verbindlichkeiten." Der Firmengründer habe bereits zu Lebzeiten eine Nachfolgeregelung für die Zukunft der Gruppe gefunden. Seit einigen Jahren werde das Unternehmen von Managern geführt, "die unabhängig von Theo Albrecht und seiner Familie alle operativen Entscheidungen treffen".
Die Brüder Karl und Theo konnten trotz Wirtschaftskrise nach Schätzungen des "Manger Magazins" auch 2009 die Plätze eins und zwei unter den reichsten Deutschen behaupten. Sie verfügten über ein geschätztes Vermögen von 17,35 beziehungsweise 16,75 Mrd. Euro
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