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15.12.2010

Verbesserte Offerte: ACS bietet mehr für Hochtief

Hochtief
Zoom Hochtief
© ddp
Damit hatte die Branche nicht gerechnet: Der spanische Angreifer ACS stockt seine Offerte für Hochtief auf. Offenbar hat der Madrider Baukonzern Angst, dass sein jetziges Angebot nicht reicht. Der Übernahmekampf nimmt Fahrt auf.

Wende im Übernahmekampf um Hochtief: ACS biete nun je neun eigene Aktien - bisher waren es acht - für fünf Hochtief-Anteilsscheine. Das teilte das spanische Unternehmen am Mittwoch mit.

Damit werde den Hochtief-Aktionären ein Aufschlag in Höhe von 12,5 Prozent im Vergleich zur bisherigen Offerte geboten. Ein Hochtief-Sprecher wollte sich zunächst nicht zu der verbesserten Offerte äußern.

ACS hatte vor gut zwei Wochen ein Übernahmeangebot für Hochtief vorgelegt, das bis zum 29. Dezember gilt. Die Spanier wollen damit die Marke von 30 Prozent überspringen und später weitere Aktien über die Börse zukaufen, um die Mehrheit an dem deutschen Bauriesen übernehmen zu können.

Bisher hatte ACS betont, das am 1. Dezember vorgelegte Angebot nicht nachbessern zu wollen. Hochtief hatte das Gebot am Mittwochmorgen zurückgewiesen und den Aktionären empfohlen, ihre Anteilsscheine ACS nicht anzudienen. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hatte aber die Erwartung geäußert, dass es bald Gespräche mit ACS geben werde.

Hintergrund des Schachzugs der Spanier dürfte die Kapitalerhöhung bei Hochtief sein, mit Hilfe derer die Essener das Emirat Katar an Bord geholt haben. Katar ist demnach mit 9,1 Prozent an dem deutschen Unternehmen beteiligt und bildet ein Gegengewicht zu ACS.

Bisher hielten die Spanier knapp unter 30 Prozent an Hochtief und brauchten nur 14.000 Aktien, um die 30-Prozent-Schwelle zu überspringen. Mit der Kapitalerhöhung wird ihr Anteil auf 27,3 Prozent verwässert - und sie müssen mehr Papiere kaufen, um den deutschen Traditionskonzern zu kontrollieren. Offenbar fürchten sie, dass ihr bisheriges Angebot nicht reichte, um ihr Ziel zu schaffen.

Auf Basis des aktuellen ACS-Kurses liegt die neue Offerte bei gut 63 Euro je Hochtief-Aktie. Am Mittag notierten Hochtief-Papiere bei 65,44 Euro. Bis zum Dienstagabend um 18.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit war das alte Tauschangebot für insgesamt 277 Hochtief-Aktien angenommen worden, hatte ACS am Morgen im Internet mitgeteilt. "Dies entspricht einem Anteil von 0,00036 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte von Hochtief." Die Offerte war zu den bisherigen Kursen nicht attraktiv.

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