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22.09.2010

Verkehrsrundschau-Index: Start frei für Poker der Spediteure

Von: Annette Berger
Die Transportbranche beziffert aktuell ihre Umsatzrendite bei einem oder zwei Prozent im Schnitt
Zoom Die Transportbranche beziffert aktuell ihre Umsatzrendite bei einem oder zwei Prozent im Schnitt
© dpa
Es wird Herbst. Für Deutschlands Spediteure beginnt die Zeit der Preisverhandlungen mit ihren Kunden. Zuletzt stiegen die Transportpreise an. Aber auch aus Trotz steigt das Selbstbewusstsein der Branche.

Aufatmen bei deutschen Spediteuren: Nach einem Rückschlag zu Jahresbeginn steigen die Transportpreise das zweite Quartal in Folge. Das zeigt der aktuelle Verkehrsrundschau-Index. Zwischen Juli und September kletterte der Index um genau einen Punkt auf 114,13 Zähler. Das entsprach einem Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Von seinem Höchststand, das der Wert im dritten Quartal 2008 erreicht hatte, ist er aber noch weit entfernt. Damals lag er bei 118,11 Punkten.

Aber nicht nur wegen des Abstands zum bisherigen Höchstwert herrscht Nervosität in der Branche. Für viele Spediteure beginnen jetzt die entscheidenden Wochen des Jahres. Preisgespräche mit den Auftraggebern finden hierzulande traditionell im Herbst statt.

Ihre Umsatzrendite beziffert die Transportbranche aktuell bei einem oder zwei Prozent im Schnitt. Marktbeobachter sehen viele Betriebe in den anstehenden Verhandlungen daher im Existenzkampf. Bis heute hätten sich etliche Speditionen noch immer nicht von der Wirtschaftskrise erholt. Auch eine Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hatte Anfang des Monats den deutschen Logistikern im Vergleich zu einigen anderen Branchen in Deutschland eine unterdurchschnittliche Bonität und damit ein erhöhtes Pleiterisiko bescheinigt.

Das Selbstbewusstsein vieler Spediteure dürfte allerdings jüngst gewachsen sein - denn die Auftragslage der Fuhrunternehmen verbesserte sich zuletzt nach Recherchen der "Verkehrsrundschau" wieder. Das Wirtschaftswachstum sei in der Branche inzwischen deutlich spürbar. Teilweise werden die Kapazitäten in deutschen Lkw knapp, berichten Speditionen und deren Auftraggeber.

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