Nachdem die Ausgaben, unter anderem für Benzin, in den Monaten April bis Juni um 4,7 Prozent auf 515 Mio. Euro gesunken sind, sei er "zuversichtlich", diese weiter reduzieren zu können, sagte der Finanzvorstand von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft, Ulf Hüttmeyer, am Donnerstag.
Kostenkontrolle hat für die ohnehin schlank aufgestellte Fluglinie an Bedeutung gewonnen, weil sich erst der extrem kalte Winter und später dann der Ausbruch eines Vulkans auf Island mit insgesamt 68 Mio. Euro negativ auf die Zwischenbilanz ausgewirkt haben. Dennoch soll das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) 2010 über dem Vorjahreswert von 28,5 Mio. Euro liegen, bekräftigte Konzernchef Joachim Hunold.
Schon am Dienstag hatte er bekannt gegeben, dass Air Berlin im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 56,9 Mio. Euro eingefahren hat - und damit schlechter abschnitt als von Analysten erwartet. Ein Jahr zuvor war - trotz Wirtschaftskrise - noch ein Gewinn in Höhe von 7,1 Mio. Euro angefallen.
Ob es Air Berlin gelingen wird, die eigene Erwartung zu erfüllen, ist offen. Im vierten Quartal erwartet Hüttmeyer nämlich schon wieder höhere Kosten, wie er sagte - unter anderem wegen der Ausgaben für die Absicherung von Treibstoff ("Hedging"). Zudem könnte der Personalaufwand, der zuletzt um vier Prozent auf 116,7 Mio. Euro zulegte, ebenfalls steigen.
Er setze seine Hoffnungen daher auch darauf, dass der "positive Buchungstrend" der vergangenen Wochen anhalten werde - und die Zahl der Passagiere weiter steigt, so der Manager. Darüber hinaus soll die Erstkonsolidierung der österreichischen Tochter Niki rund 15 Mio. Euro beitragen. Wie schon angekündigt veräußert Air Berlin zudem vier Maschinen. Angesichts der Belebung im Markt und der gestiegenen Nachfrage führe er Diskussionen über den Verkauf weiterer Flugzeuge, sagte er, ohne Details zu nennen.
Dies würde sich auch auf die Schulden des Konzerns auswirken: Unter anderem wegen des Verkaufs der Maschinen sank die Nettoverschuldung von 574 Mio. Euro per Ende 2009 auf 493 Mio. Euro. Abhängig davon, wie sich das Dollar-Euro-Verhältnis entwickele, könnten die Verbindlichkeiten bis Ende 2010 auf 450 Mio. Euro sinken, sagte Hüttmeyer. Fluglinien müssen viele Rechnungen in der US-Währung begleichen, sodass sie den Schwankungen ausgesetzt sind.
Unsicherheit birgt weiterhin der Tarifkonflikt mit den Piloten. "Die Gespräche laufen weiter. Mehr kann ich dazu nicht sagen", so Hunold. Die Vereinigung Cockpit hatte noch für den August mit Streiks gedroht.
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