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22.07.2010

Viele Bestellungen: Porsche garantiert Mitarbeitern Job

Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt für die rund 8600 Mitarbeiter der Porsche AG
Zoom Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt für die rund 8600 Mitarbeiter der Porsche AG
© ddp
In den kommenden fünf Jahren wird niemand entlassen, Investitionen sollen die Zukunft sichern und bei Produktionsengpässen springt der VW-Konzern ein: Das rege Interesse an Sportwagen aus Zuffenhausen soll sich auch für die Belegschaft auszahlen.

Der Sportwagenhersteller Porsche will mehr Fahrzeuge in Eigenregie bauen und schließt für die nächsten fünf Jahre Entlassungen aus. Vorstand und Betriebsrat hätten am Mittwoch vereinbart, den Sportwagen Boxster künftig komplett im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen zu bauen, teilte das Unternehmen mit. Zudem seien Investitionen von mehr als einer halben Milliarde Euro bis 2015 beschlossen worden.

Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt für die rund 8600 Mitarbeiter der Porsche AG, die bereits in den vergangenen fünf Jahren Kündigungsschutz genossen. Den gut 4000 bei Tochtergesellschaften tätigen Mitarbeitern wurde ebenfalls Kündigungsschutz in Aussicht gestellt. Eine Vereinbarung soll bis Jahresende abgeschlossen werden. Auszubildenden will das Unternehmen bis 2015 nach Abschluss der Lehre unbefristete Stellen anbieten.

"Mit der jetzt getroffenen Standortsicherungsvereinbarung sind wir optimal auf das geplante Wachstum in den kommenden Jahren vorbereitet", sagte der im Herbst in den Vorstand von VW wechselnde Vorstandsvorsitzende Michael Macht. Sein Unternehmen werde in den nächsten Jahren Umsatz und Ertrag steigern. "Die weltweit höchsten Auftragseingänge im Juni und Juli in der Geschichte von Porsche zeigen schon heute, dass unser Unternehmen auf dem Weg zu alter Stärke ist." Im Juni seien Bestellungen für mehr als 10.000 Fahrzeuge hereingekommen, sagte ein Sprecher. Vor allem das neue Modell des Geländewagens Cayenne sei gefragt.

Porsche hatte wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise in den vergangenen zwei Jahren weniger Sport- und Geländewagen produziert und verkauft. Im Juli arbeitet die Belegschaft trotz anziehender Konjunktur nochmals an sieben Tagen kurz. In den ersten neun Monaten des seit August laufenden Geschäftsjahres 2009/10 verkaufte Porsche 53.605 Fahrzeuge und damit fast so viele wie im Vorjahreszeitraum.

In naher Zukunft sei Porsche im Stammwerk Zuffenhausen und am Entwicklungsstandort Weissach wieder voll ausgelastet, sagte Betriebsratschef Uwe Hück. "Mit den höchsten Investitionen in der Geschichte von Porsche werden wir unsere wirtschaftliche Eigenständigkeit und damit auch unsere Wettbewerbsfähigkeit absichern", sagte Hück. Wegen der anziehenden Nachfrage und der Boxster-Produktion in Eigenregie könnten ab Januar sogar Sonderschichten notwendig werden.

Bisher hatte Porsche die Einstiegsbaureihe Boxster größtenteils vom finnischen Auftragsfertiger Valmet bauen lassen und lediglich Motoren nach Finnland geliefert. Ab Frühjahr 2011 soll auch das Modell Cayman in Zuffenhausen vom Band laufen, wobei nur die Rohkarossen weiter von Valmet angeliefert werden sollen. Sollte die Fahrzeug-Produktion in Zuffenhausen an die Kapazitätsgrenzen stoßen, will Porsche auf Kapazitäten des Volkswagen-Konzerns zurückgreifen, kündigte das Unternehmen an.

VW hält bereits knapp die Hälfte an der Porsche AG, die Porsche Holding wiederum hält die Mehrheit der VW-Stimmrechte. Die Holding hatte im vergangenen Jahr wegen zu hoher Schulden die geplante Übernahme von VW abgeblasen.

Quelle: ftd.de
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