31.08.2009

Weniger Transporte: Güterverkehr bricht auf Rekordtief ein

Ein mit Autos beladener Güterzug verläßt den Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg
Zoom Ein mit Autos beladener Güterzug verläßt den Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg
© AP
Die Wirtschaftskrise ist auch auf der Schiene angekommen: Der deutsche Güterverkehr erlebt seinen stärksten Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders leer waren die Züge ins Ausland.

Der Eisenbahngüterverkehr hat im ersten Halbjahr 2009 wegen der Wirtschaftskrise die größten Verluste seit mehr als 50 Jahren verbucht: Auf dem deutschen Schienennetz wurden von Januar bis Juni 147,3 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 ein Rückgang von 42,5 Millionen Tonnen oder minus 22,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Es handele sich damit um den größten Einbruch seit Beginn der Statistik im Jahr 1950.

Die Beförderungsleistung in Tonnenkilometern ging im ersten Halbjahr 2009 um 22,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 zurück. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Transportnachfrage im Eisenbahngüterverkehr zeigen sich seit November 2008: In den Monaten November und Dezember 2008 verringerte sich die Transportnachfrage gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat um 2,3 Prozent. Im ersten Halbjahr 2009 verstärkten sich die entsprechenden Rückgänge mit Werten zwischen minus 14,8 Prozent im März und minus 31,2 Prozent im April deutlich.

Stärkster Rückgang bei Eisen

Im ersten Halbjahr 2009 kam es demnach in allen vier Hauptverkehrsbeziehungen zu erheblichen Rückgängen: Beförderungen im grenzüberschreitenden Versand (minus 30,5 Prozent) und Empfang (minus 29,7 Prozent) sind besonders stark zurückgegangen. Auch der Durchgangsverkehr durch Deutschland verringerte sich mit minus 29,4 Prozent um fast ein Drittel. Die Abnahmen im Binnenverkehr waren mit minus 17,8 Prozent etwas schwächer.

Nahezu alle Güterarten verzeichneten zweistellige Rückgänge im ersten Halbjahr: Den stärksten Einbruch wiesen Eisen und Nichteisenmetalle auf, die mit einem Verlust von 15,2 Millionen Tonnen - das entspricht minus 44,1 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2008 - nahezu ein Drittel des Gesamtrückgangs für alle Güterarten verursachten. Lediglich Mineralölerzeugnisse (plus 4,8 Prozent) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (plus 23,1 Prozent) konnten ihr Transportvolumen steigern.

Quelle: ftd.de
© 2009 ap

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