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04.01.2012

Werbung: Fluege.de-Gründer mischt Skispringen auf

Von: Andreas Morbach
Erst mit der eigenen Produktion konnte fluege.de den Schriftzug unter die Skier zu bekommen
Zoom Erst mit der eigenen Produktion konnte fluege.de den Schriftzug unter die Skier zu bekommen
© dpa
Thomas Wagner ist mit Internetportalen wie Ab-in-den-urlaub.de und Fluege.de groß geworden. Und er hatte eine fixe Idee: Sein Schriftzug sollte auf den Brettern von Skispringern prangen. Als ihm das verwehrt wurde, änderte er den Plan - und kaufte sich einen Skihersteller.

Es schneit, als hätte der Himmel über Oberstdorf den Schnee auf einmal ausgekippt. Eine dichte Wand aus weißen Flocken, mal wehen sie quer, mal stürzen sie geradewegs hinunter. Die Tribünen zum Auftaktspringen der Vierschanzentournee sind dennoch prall gefüllt. Bei der Weitenmarke von 140 Metern steht Thomas Wagner, Gründer der Leipziger Firma Unister. Gerade zischt ein Skispringer mit einem Paar himmelblauen Skiern an ihm vorbei. Darunter der Schriftzug: Fluege.de Wagners Augen folgen ihm. "Ein cooles Gefühl, sein eigenes Produkt hier fliegen zu sehen", sagt er.

Tief hat er seine schwarze Fluege.de-Strickmütze in die Stirn gezogen, genau wie der Trupp seiner Kollegen. Schwarze Anoraks, schwarze Mützen, da stehen sie zwischen den Tausenden Fans, die ihr "Fliiiiiiiiiieg" in die Schneewand brüllen.

"Ich will die ganze Atmosphäre"

Wagner hätte auch Karten direkt am Schanzentisch in einem gläsernen Haus haben können, dort sieht und hört man die Springer abheben, bekommt Sekt und Rindercarpaccio im Glas gereicht. Doch er wollte lieber am zugigen Hang stehen, den ganzen Flug samt Landung und die TV-Bilder, die auf zwei große Wände übertragen werden, im Blick haben. "Ich will die ganze Atmosphäre", sagt er.

Ja, er will sehen, was er vollbracht hat, seinen Coup, mit dem er die Skisprungwelt durcheinandergewirbelt hat. Denn diese blauen Skier mit dem Schriftzug Fluege.de, die dürfte es im Grunde gar nicht geben. Unter den Skiern darf niemand werben - außer den Herstellern selbst.

Mit der Vermarktungsfirma Unister Media gehört Thomas Wagner zu den erfolgreichsten deutschen Webunternehmern
Mit der Vermarktungsfirma Unister Media gehört Thomas Wagner zu den erfolgreichsten deutschen Webunternehmern
© Thomas Wagner

Dass nun trotzdem Fluege.de dort steht, ist einer illustren Allianz zu verdanken: Dieter Thoma, der Skisprunglegende, Germina, einem darbenden Skimarke aus dem Osten - und Thomas Wagner.

Aufmischen, durcheinanderwirbeln

Aufmischen, durcheinanderwirbeln - im Grunde ist das eine Spezialität von Thomas Wagner und Unister. 2002 hat Wagner seine Firma gegründet, mit 23 Jahren, erst war es eine Studententauschbörse. Wagner hatte eine simple Idee: Er sicherte sich Webdomänen, die er zu Portalen ausbaute.

Mit jedem Jahr kamen neue Domains hinzu, Geld.de, Auto.de, Preisvergleich.de, News.de - vor allem aber wuchs Unister in der Tourismusbranche, sodass schon bald kein Reiseveranstalter und keine Fluglinie an ihm vorbeikam. Nach nur acht Jahren hat Wagner sich somit ein kleines Netzimperium aufgebaut, das es sich leisten kann, mit Michael Ballack und Rainer Calmund zu werben. 1 Mrd. Euro Umsatz macht er, 1500 Mitarbeiter beschäftigt er, nach eigenen Angaben besuchen knapp elf Millionen User monatlich die 23 Unister-Websites wie Ab-in-den-urlaub.de, Fluege.de oder Travel24.com.

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