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23.07.2010

Wirtschaft im Sommerloch: Hitze lähmt die Unternehmen

Von: Isabel Gomez
Hitze: ein Problem für Unternehmen
Zoom Hitze: ein Problem für Unternehmen
© Getty Images
Rasender Blutdruck, Schweiß auf der Stirn und geschwollene Füße. Die Hitze setzt Menschen und Maschinen zu. Das macht sich in den Betrieben bemerkbar. Prominentes Opfer der Hitze könnten Pommes Frites werden.

In jedem zweiten Unternehmen haben die hohen Temperaturen Auswirkungen auf die Geschäftsstätigkeit. Zu diesem Ergebnis kam die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC nach einer Umfrage unter 229 mittelständischen und großen Unternehmen. "Die Bandbreite reicht von sinkender Produktivität der Mitarbeiter bis hin zu längeren Maschinenstillstandszeiten aufgrund von hitzebedingten Reparaturen", sagt Peter Bartels von PwC.

Große Umsatzeinbußen müssen die Betriebe in diesem Sommer jedoch nicht befürchten. Bei lediglich neun Prozent der Großunternehmen und sechs Prozent des Mittelstands stand die Produktion bisher hitzebedingt still. Zwölf Prozent der Mittelständler verzeichnen laut Umfrage derzeit sogar eine Sonder-Sommer-Konjunktur. Darunter Unternehmen aus dem Getränke- und Textileinzelhandel sowie Hersteller von Ventilatoren und Klimaanlagen.

Schwerer als der Maschinenstillstand wiegt der Personalausfall. 16 Prozent der Großunternehmen verzeichnen vermehrt Krankmeldungen, im Mittelstand sind es sieben Prozent. Viele Beschäftigte nutzen außerdem das schöne Wetter für Ausflüge und nehmen spontan Urlaub. Bei 21 Prozent der befragten Groß- und 16 Prozent der mittelständischen Unternehmen stieg die Urlaubsquote in den vergangenen Wochen deshalb an.

Da die Führungskräfte der befragten Firmen selbst ins Schwitzen geraten, zeigen sie Verständnis für die Hitze-Nöte ihrer Mitarbeiter: Mehr als jeder zweite Chef hat Ventilatoren gekauft - was wiederum die Sommerkonjunktur der Ventilatorenhersteller miterklärt. Kostenlose Getränke und Erfischungen sind bei zwei Drittel aller Befragten selbstverständlich.

Schwerer tun sich die Unternehmen dagegen mit an die hohen Temperaturen angepasste Bekleidungsvorschriften, Arbeitszeit und vor allem dem Arbeitsort. "Eine Lockerung der Kleiderordnung oder eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten kommt jeweils für die Hälfte der Unternehmen nicht in Frage. Das Angebot, Aufgaben von zu Hause zu erledigen, erhalten dagegen nur fünf Prozent der Mitarbeiter", sagt Bartles. Die Versuchung, die Arbeit im Garten gegen Planschen im See einzutauschen, scheint den Chefs wohl doch zu groß.

Eine besondere Auswirkung hat die Hitze auf die kartoffelverarbeitende Industrie: Die Pommes Frites werden in diesem Jahr kürzer ausfallen. Wegen der seit Juni anhaltenden Trockenheit könnten absehbar nicht genügend übergroße Kartoffeln geerntet werden, sagte Verena Telaar vom Deutschen Bauernverband am Donnerstag in Berlin. Da die Kartoffeln im Schnitt kleiner seien, werde auch die durchschnittliche Pommes Frites kürzer.

Normalerweise verarbeiten Pommes-Produzenten Kartoffeln, die mindestens 55 Millimeter lang und 35 Millimeter breit sind. Daraus werden Pommes mit einer Länge von mindestens 50 Millimetern hergestellt. "Vielleicht kommen wir dieses Jahr auf 45 Millimeter, wenn noch Regen fällt", sagte Telaar. Bleibe der Regen aus, könnten die Industrie-Pommes auch nur 40 Millimeter lang werden.

Quelle: ftd.de
© 2010 impulse.de

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